Stadt Zürich

Invasive Ameisen: Nach den Ferien Auto kontrollieren!

Christian Saggese
Christian Saggese

Zürich,

In der Stadt konnte eine Ansiedlung der invasiven Drüsenameise bisher verhindert werden. Fachleute geben Tipps, wie man die aggressiven Tiere von sich fernhält.

drüsenameise
So sieht eine Drüsenameise aus. - Wiki / Arnstein Staverløkk

Vor einem Jahr sorgte ein kleines Tier für grosse Schlagzeilen: Die invasive Drüsenameise (Tapinoma magnum) aus dem Mittelmeerraum breitete sich im Kanton Zürich aus.

Sie bremste bei Winterthur ein Milliardenprojekt der SBB aus und besiedelte in anderen Zürcher Gemeinden Flächen von mehreren Fussballfeldern. In Deutschland verursachte sie Strom- und Internetausfälle.

Trotz Bekämpfungsmassnahmen ist die aggressive Ameisenart nicht vollständig verschwunden. Die Kreuzlinger Regierung meldete im April eine Superkolonie mit Millionen Ameisen.

Vor zwei Wochen folgte die Erfolgsmeldung: Bisher konnten 80 Prozent der Nester beseitigt werden. Für Menschen sind die Insekten trotz Bissen ungefährlich.

Sie unterhöhlen jedoch Böden und Rasenflächen, beschädigen Gebäudeisolationen und verdrängen einheimische Insektenarten. Wie sieht die Situation in der Stadt Zürich aus? Auch hier sind Drüsenameisen inzwischen aufgetreten.

Heimische Ameise
Eine heimische Ameise. (Symbolbild) - keystone

Der Fachstelle Schädlingsprävention der Stadt Zürich (SPZ) sind drei Standorte bekannt, an denen sie nachgewiesen wurden. Alle Befälle konnten durch spezialisierte Schädlingsbekämpfungsfirmen erfolgreich beseitigt werden.

Wie aber geht die Stadt gegen eine Verbreitung vor? «Eine Herausforderung bei Tapinoma magnum besteht darin, sie von sehr ähnlichen einheimischen Arten zu unterscheiden», erklärt Werner Tischhauser, Leiter der Fachstelle Schädlingsprävention der Stadt Zürich.

«Dafür haben wir in den letzten sieben Jahren das nötige Fachwissen aufgebaut und unterstützen die Bevölkerung sowie die zuständigen Neobiota-Verantwortlichen der Stadt und des Kantons Zürich bei der Bestimmung.»

Die Bekämpfung veranlassen anschliessend die zuständigen Neobiota-Fachstellen, etwa das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft.

«Bei Befällen in der Stadt Zürich führen wir vor und nach der Bekämpfung Inspektionen durch und beobachten die betroffenen Flächen. Werden im zweiten Jahr keine dieser Ameisen mehr festgestellt, gilt der Befall als getilgt und eine weitere Ausbreitung als ausgeschlossen.»

Nicht verhindern könne die Stadt hingegen den internationalen Pflanzenhandel, über den die Ameisen häufig eingeschleppt würden.

Sich selber schützen

Was können Liegenschaftsbesitzer unternehmen, um sich vor der Plage zu schützen? Werner Tischhauser weiss: Die invasive Ameisenart gelangt meist im Wurzelballen junger Gehölze aus dem Mittelmeerraum in die Schweiz.

Hast du schon mal von der Drüsenameise gehört?

Deshalb empfiehlt die Fachstelle Schädlingsprävention, beim Kauf von Olivenbäumen, Oleander, Reben oder anderen mediterranen Pflanzen genau hinzusehen. Sind Ameisen im Topf oder an den Wurzeln sichtbar, sollte auf den Kauf verzichtet werden.

Typisch für Tapinoma magnum ist ihr aggressives Verhalten: Legt man die Hand auf eine Ameisenstrasse, beissen sich mehrere Tiere fest. Zerdrückte Ameisen verströmen zudem einen fruchtig-herben Geruch.

Für eine sichere Bestimmung genügt das jedoch nicht. Verdachtsfälle sollten deshalb der Fachstelle Schädlingsprävention gemeldet werden. Besonders bei einem frühen Befall sind die Chancen auf eine vollständige Bekämpfung am grössten.

Wer nach einer Reise in den Mittelmeerraum Ameisen im Auto entdeckt, sollte diese in einem dicht verschlossenen Behälter einsammeln und der SPZ zur Bestimmung übergeben. Zudem rät die Fachstelle dringend davon ab, Pflanzen mit Erdreich oder Wurzelballen als Feriensouvenir mitzubringen.

Genau auf diesem Weg werden invasive Drüsenameisen häufig unbemerkt eingeschleppt.

Hinweis

Dieser Artikel ist zuerst im «Tagblatt der Stadt Zürich» erschienen.

Kommentare

User #1752 (nicht angemeldet)

Auto? Hatte solch im gebäck nach der Ratour vom Nachbarnland mitgenommen: Die ganze Tache war Voll!

Weiterlesen

Tapinoma-Ameisen
35 Interaktionen
Invasive Art
20 Interaktionen
«Belästigung»
zülle interview
1 Interaktionen
Kreuzlingen TG

MEHR AUS STADT ZüRICH

WM 2026
105 Interaktionen
Feier artet aus
6 Interaktionen
Uni Zürich