Orell Füssli

Orell Füssli am Bahnhof Bern verbannt Kinderwagen

Stephan Felder
Stephan Felder

Bern,

In der Filiale von Orell Füssli am Bahnhof Bern sind Kinderwagen nicht mehr willkommen. «Bitte draussen parkieren», steht auf einem Schild.

Orell Füssli
In der Filiale von Orell Füssli am Bahnhof Bern sind Kinderwagen nicht mehr willkommen. - Nau.ch

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Filiale von Orell Füssli bittet ihre Kunden, den Kinderwagen draussen zu lassen.
  • Mehrere Kinderwagen gleichzeitig können dazu führen, dass es für Kunden eng wird.
  • Elternorganisationen und Mütter haben Verständnis für die Massnahme.

Schnell mit dem Kinderwagen in den Orell Füssli am Bahnhof Bern gehen und rasch ein Buch kaufen? Das geht für Eltern nicht mehr so einfach.

Denn: Der Buchhändler verbannt Kinderwagen aus seiner Filiale.

«Mehr Platz zum Stöbern. Bitte draussen parkieren», steht auf einem Schild im Laden.

Orell Füssli
So sieht das Schild von Orell Füssli am Bahnhof Bern aus. - Nau.ch

Auf Nachfrage von Nau.ch präzisiert Orell Füssli, dass es sich nicht um ein Verbot von Kinderwagen handle. Aber um eine freundliche Bitte.

«Das entsprechende Plakat ist als freundliche Bitte gedacht, Kinderwagen – wenn möglich – ausserhalb der Filiale stehen zu lassen.» Das sagt Mediensprecher Alfredo Schilirò.

Wegen Kinderwagen kann es für Kunden im Orell Füssli zu eng werden

Und liefert den Grund gleich mit: «Die Kinderabteilung der Filiale ist räumlich begrenzt. Mehrere Kinderwagen gleichzeitig können dazu führen, dass es für Kunden dort eng wird.»

Mit dem Hinweis wolle das Filialteam auf die Situation aufmerksam machen und den Aufenthalt für alle Kunden möglichst angenehm gestalten.

Ist es gut, wenn Kinderwagen draussen bleiben sollen?

Kinderwagen sind im Orell Füssli am Bahnhof in Bern also ungern gesehen. Meiden Eltern nun die Filiale?

Keineswegs!

«Bei entsprechender Disposition der Räumlichkeiten kann ein Kinderwagenverbot durchaus Sinn machen», schreibt Pro Familia, der Dachverband der Schweizer Familienorganisationen.

Grundsätzlich würden Filialinhaber ihre Ladenflächen am besten kennen. Und so die besten Entscheidungen für ihre Kundschaft treffen.

Auch für Racha Fajjari ist das Kinderwagenverbot kein Problem.

Fajjari ist ehemalige Miss-Schweiz-Kandidatin. Sie hat drei Kinder (15, 5 und bald 2 Jahre alt) und mit «Mamalicious» die grösste Mami-Community der Schweiz aufgebaut.

Racha Fajjari
Racha Fajjari. - Mädy Georgusi

«Ich verstehe den Entscheid von Orell Füssli gut – rein aus logischer Sicht», sagt Fajjari zu Nau.ch. «Ein Kinderwagen nimmt viel Platz ein und kann andere Kundinnen und Kunden stören. Ich sehe das deshalb nicht besonders emotional.»

Ein Baby, das noch nicht laufen kann, könne man für diese Zeit in der Trage haben. «Mit einem Kind, das laufen kann oder will, kommt man sowieso kaum zum Lesen. Dafür gibt es ja meist eine herzige Kinderecke, falls man es doch versuchen möchte.»

Das Baby auch einfach mal beim Papa lassen

Das Fazit von Fajjari ist daher klar: «Man kann es einfach nicht immer allen recht machen. Und wir Mütter sind ja bekanntlich flexibel – uns fällt immer etwas ein.»

Ihr Tipp: «Einfach online bestellen oder das Baby beim Papa lassen und sich eine kleine Me-Time mit Kaffee und Bücher-Schmökern gönnen.»

Schnell mit dem Kinderwagen ein Buch shoppen, geht bei Orell Füssli am Bahnhof Bern also nicht mehr. Für Eltern trotzdem kein Problem.

Sondern vielleicht gar die Chance, etwas Me-Time herauszuholen.

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Kommentare

User #1159 (nicht angemeldet)

Liebe Frau Fajjari und Pro Familia, vielen Dank für Ihr Verständnis und ihren konstruktiven Umgang mit dem Gebot. Ein stets rücksichtsvoller, respektvoller Umgang miteinander würde unser aller Leben angenehmer machen.

User #2069 (nicht angemeldet)

Warum fragt Nau nicht auch die Meinung der Väter? Heutzutage sieht man an klassischen Papi-Tagen wie Montag oder Freitag mehr Väter als Mütter, die mit den Kindern unterwegs sind.

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