Nimm dich vor dem «Belarus-Rubel-Trick» in Acht!

Simon Ulrich
Simon Ulrich

Bern,

Vorsicht vor dem «Belarus-Rubel-Trick»: Betrüger locken mit angeblich wertvollem Auslandsgeld – doch das ist wertlos. Bei der Polizei ist die Masche bekannt.

Betrugsmasche
Beim «Belarus-Rubel-Trick» geben sich die Täter als gestrandete Autofahrer aus und verlangen Bargeld. Die angebotenen Banknoten entpuppen sich als wertlos. - Reddit

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Berner verlor 150 Franken an einen Betrüger, der eine Notlage vortäuschte.
  • Der Mann bot wertlose alte Belarus-Banknoten als Gegenleistung an.
  • Die Berner Polizei kennt die Masche, besonders zur Reisezeit.

Ein junger Berner wollte einem vermeintlich gestrandeten Autofahrer helfen – und verlor dabei 150 Franken.

Der Mann am Strassenrand erklärte, dass er aus Belarus kommt und fast kein Benzin mehr hat. Dass er dringend Schweizer Geld für Treibstoff und Essen für seine Familie braucht, die mit ihm im Auto sitzt.

Als Gegenleistung bot er ausländische Banknoten an. Der Berner ging auf den Tausch ein – auch wenn er gewisse Zweifel hatte, wie er auf Reddit berichtet. «Mir war klar, dass es nicht so viel sein würde, wie er behauptete, und hakte es als gute Tat ab.»

Doch später in der Wechselstube kam die böse Überraschung: Wie sich herausstellte, handelte es sich um altes belarussisches Geld, das nach einer Währungsreform im Jahr 2016 heute wertlos ist.

«Also, seid gewarnt vor diesem Betrug!», appelliert der User abschliessend an die Community.

Deutsche Polizei warnte bereits

Der Fall steht offenbar nicht allein. In der Kommentarspalte berichten weitere Nutzer von ähnlichen Erlebnissen und Betrugsversuchen in Zürich, Luzern und Genf.

Schon im vergangenen Jahr hatten zudem deutsche und österreichische Polizeibehörden vor dem «Belarus-Rubel-Trick» gewarnt.

Nun hat die Masche offenbar auch die Schweiz erfasst. Oder besser gesagt: Taucht hier wieder vermehrt auf.

Bekannte, saisonale Erscheinung

Die Kantonspolizei Bern schreibt auf Anfrage von Nau.ch: «Es handelt sich um ein gängiges Phänomen, das wir seit Jahren beobachten, insbesondere während der Reise- und Ferienzeit.»

Wollte dir schon mal jemand angeblich wertvolles Auslandsgeld andrehen?

Eine abschliessende Fallzahl lasse sich nicht nennen. Der Grund: Solche Vorfälle würden oft unter verschiedenen Delikten erfasst, und manche Betroffene verzichteten wegen kleiner Schadenssummen auf eine Anzeige.

Jedoch variiert die Nationalität der Täterschaft und sei «nicht auf eine bestimmte Herkunft beschränkt», erklärt Kapo-Sprecherin Pia Maria Schürch.

Betrüger täuschen Notlagen vor

Nach Angaben der Berner Polizei tauchen solche Situationen vor allem an stark befahrenen Verkehrsachsen, bei Autobahnraststätten und an Hauptstrassen auf.

Die Täter täuschten gezielt eine Notlage vor – etwa Benzinmangel oder hungrige Familienmitglieder im Auto –, um Bargeld zu erlangen.

Das rät die Polizei

  • Kein Bargeldtausch: Gehen Sie niemals auf Bitten um Geldwechsel oder den Tausch von fremden Banknoten ein.

  • Gesunde Skepsis: Seien Sie misstrauisch, wenn Sie von Fremden im öffentlichen Raum oder im Strassenverkehr um finanzielle Hilfe gebeten werden.

  • Datenschutz: Geben Sie niemals persönliche Daten, Passwörter, Bankverbindungen oder Kreditkartennummern an Unbekannte weiter – weder persönlich noch digital.

  • Polizei verständigen: Wenn Ihnen eine Situation verdächtig vorkommt oder Sie bedrängt werden, informieren Sie umgehend die Polizei über die Notrufnummern 117 oder 112.

Bist du schon mal Opfer einer Betrugsmasche geworden?

Die Varianten seien vielfältig: Mal würden wertlose oder ausser Kurs gesetzte Banknoten in fremder Währung als scheinbare Sicherheit angeboten, sagt Schürch.

Mal würden Betroffene zu einer sofortigen Überweisung gedrängt, abgesichert mit gefälschten Belegen oder irreführenden Visitenkarten. Auch aggressives Betteln komme vor.

«Ziel ist stets, die Unwissenheit der Angesprochenen, etwa über ausländische Zahlungsmittel, auszunutzen», sagt Schürch.

Kommentare

User #5022 (nicht angemeldet)

Nimm dich vor dem «Fiat-Geld-Trick» in Acht!

User #3760 (nicht angemeldet)

Warnt mich am besten nur vor der SP.

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s
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Immer wieder Ärger

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