Boris Johnson war gestern Dienstag medial omnipräsent. Nur SRF «10vor10» erwähnte den Machtwechsel in Grossbritannien mit keinem Wort. Das irritiert.
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Boris Johnson wurde im gestrigen «10vor10» nicht mal angeschnitten. - Keystone/SRF
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Das Wichtigste in Kürze

  • «10vor10»-Zuschauer rieben sich am Dienstagabend die Augen: Kein Wort zu Boris Johnson.
  • Das Nachrichtenmagazin setze bewusst eigene Schwerpunkte, erklärt SRF.

Boris Johnson erbt den Premierminister-Posten von Theresa May. Gestern Dienstagnachmittag machte die Botschaft aus London die Runde. Und schlug – obwohl Johnsons Sieg erwartet worden war – hohe Wellen.

Der Wechsel in der britischen Führung hat weitreichende Konsequenzen: Boris Johnson setzt seine Regierungs-Crew neu zusammen, steuert mit Grossbritannien wohl auf einen harten Brexit Ende Oktober zu und übernimmt als Kapitän das Ruder, dessen Kommandos bisher widersprüchlicher und opportunistischer nicht sein könnten.

Kein Wort bei SRF «10vor10»

Kein Wunder also, dass sich Medienberichte und -analysen zum Führungswechsel an der Downing Street No. 10 überschlugen. Umso erstaunlicher, dass das «Thema des Tages» am Abend im «10vor10» mit keiner Silbe Erwähnung fand.

Boris Johnson Premier England
Boris Johnson freut sich über die Wahl zum britischen Premierminister. - Keystone

«‹10vor10› hat am Vorabend das Thema ausführlich aufgegriffen und eine Auslegeordnung gemacht», erklärt SRF-Mediensprecher Stefan Wyss. «Am Tag der Wahl hat die ‹Tagesschau› sehr breit und ausführlich berichtet – mit einer Einschätzung unserer Korrespondentin und einem Porträt von Johnson. Bei ‹10vor10› wurde darum auf das Thema verzichtet.»

Bewusst eigene Schwerpunkte setzen

SRF habe das Publikum breit über den Führungswechsel in Grossbritannien informiert: im Radio, im Fernsehen und online, führt Wyss weiter aus. «Die Themenauswahl der tagesaktuellen TV-Informationssendungen findet nicht auf Ebene der einzelnen Sendungen statt, sondern immer im Hinblick auf das Informationsangebot im Gesamten». Dieses bestehe aus «Schweiz Aktuell», «Tagesschau» und «10vor10».

«10vor10» sei deshalb nicht als Spätausgabe der «Tagesschau» zu verstehen. «Als Nachrichtenmagazin soll die Sendung als Mehrwert und im Sinne der Vielfalt für das Publikum bewusst auch eigene Schwerpunkte setzen», begründet Wyss.

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