Witz

Netz ärgert sich über Bananen-Witz von Spesen-Müller

Nicola Aerschmann
Nicola Aerschmann

Bern,

Die Bananen-Spesenaffäre in Bern löst eine heftige Debatte aus. Regierungsrat Philippe Müller witzelt jetzt darüber – das kommt bei vielen nicht gut an.

Spesenabrechnung Philippe Müller
Ein Brötchen und eine Banane: FDP-Regierungsrat Philippe Müller hat laut dem Kassensturz seine kleine Zwischenverpflegung als Spesen abgerechnet. - Screenshot/SRF

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Berner Regierungsrat hat unter anderem eine Banane als Spesen angegeben.
  • In den sozialen Medien sagt er nun ironisch: «Die Fasnacht ist gerettet.»
  • Andere User finden den humorvollen Umgang mit der Affäre nicht so lustig.

Eine Banane für 20 Rappen sorgt in Bern für Aufsehen. Regierungsrat Philippe Müller hat die Tropenfrucht nämlich als Spesen verrechnet, wie die SRF-Sendung «Kassensturz» aufdeckte. Dafür erntet der FDP-Politiker Kritik.

Verdienen Politiker in der Schweiz zu viel?

Inzwischen hat Müller seinen Fehler zugegeben. Die Zwischenverpflegung sei damals im Jahr 2019 «falsch verbucht» worden, schrieb er auf X, vormals Twitter. Gleiches gilt für zwei Bretzeln 2018. Derweil betont er, dass er seither keine Kleinstspesen mehr abgerechnet habe.

Müller witzelt über seine «Staatsbanane»

Doch nun wirbelt der Sicherheitsdirektor mit einem weiteren X-Post neuen Staub auf. Er teilt einen Artikel der «Berner Zeitung», der die «lustigsten Anekdoten» der Spesenaffäre in Bern nennt. Unter anderem ist mit Bezug auf Müller von der «Staatsbanane» die Rede.

Müller selbst kommentiert den Artikel mit den Worten: «Staatsbanane, Leihhut & Nespresso-Depot – die Fasnacht ist gerettet.» Daneben stehen ein lachendes Emoji und ein Daumen nach oben.

Philippe Müller
Philippe Müller sieht in der Spesenaffäre einen Beitrag zur Fasnacht. - X / @SicherheitBern

Zur Erklärung: Christoph Ammann lieh sich vor einigen Jahren für eine Zeremonie einen Hut und einen Schal. Die 30 Franken für die Leihe liess er sich als Repräsentationsspesen anrechnen.

Das Nespresso-Depot bezieht sich auf den Regierungsrat Pierre Alain Schnegg. Dieser bestellte unter seinem Namen zwischen 2020 und 2021 3000 Nespresso-Kapseln, obwohl er selbst keinen Kaffee trinkt. Die Kapseln sollen Gästen angeboten worden sein.

«Volk verarscht» oder «lächerlicher Aufschrei»?

Müller scheint seinen Fauxpas in jedem Fall mit Humor zu nehmen. Nicht viel Sinn für Müllers Humor haben hingegen andere X-User. Einer schreibt: «Verarscht das eigene Volk und die Wähler und macht sich darüber lustig.» Ein anderer meint schlicht: «Ganz peinlicher Post.»

Müller wird aber nicht nur kritisiert. So bezeichnet ein X-User den Aufschrei wegen ein paar Rappen als «lächerlich». Es spreche für den Regierungsrat, «dass er die Sache auf seine Kappe nimmt».

Für Aufregung sorgte die Spesenaffäre insbesondere deshalb, weil die Regierungsräte ohnehin bereits gut bezahlt werden. Müller hat seit seinem Amtsantritt 2018 über 1,3 Millionen Franken verdient. Dazu kommt eine jährliche Spesenpauschale von 8000 Franken.

Kommentare

User #3798 (nicht angemeldet)

Wehleidige überstudierte wurden in die Ämter gewählt. 20 Minuten länger nachdenken und miteinander sprechen wird als zusätzlicher Aufwand dargestellt.

User #2435 (nicht angemeldet)

Es ist beschämend, wie der Kanton Bern auch noch die Rentner ausnimmt. Ich wohne noch in einer der Gemeinden mit dem höchsten Steuerfuss. Seit jahren will der Kanton Bern die Steuern angeblich senken, ist aber dank seiner unkontrollierten Ausgabenpolitik stets am Ende der Steuerrangliste. Es ist betrüblich, wenn man nach 48 Arbeitsjahren nur ganz knapp über die Runden kommt und sich gar nichts leisten kann.

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