Winterthur: Stadt kämpft um Erhalt von Stellen bei Zimmer Biomet
Nach der Ankündigung eines möglichen Abbaus von bis zu 580 Arbeitsplätzen bei Zimmer Biomet hat der Stadtrat das Gespräch gesucht, um diese zu erhalten.

Nach der Ankündigung eines möglichen Abbaus von bis zu 580 Arbeitsplätzen bei Zimmer Biomet hat der Stadtrat das Gespräch mit dem Unternehmen gesucht, um sich für den Erhalt der Arbeitsplätze einzusetzen. Gleichzeitig steht er im Austausch mit dem Kanton und weiteren betroffenen Akteurinnen und Akteure.
Nun klärt die Stadt, welchen Handlungsspielraum sie hat, um sich für den Erhalt von Arbeitsplätzen und des Produktionsstandorts einzusetzen.
In seinem gestrigen Gespräch mit Zimmer Biomet hat der Stadtrat seine grosse Sorge über den möglichen Stellenabbau bekräftigt. Im Zentrum standen die geplante Restrukturierung, deren Auswirkungen auf den Standort Winterthur und die Mitarbeitenden sowie das laufende Konsultationsverfahren.
Der Stadtrat hat dabei seine Erwartung deutlich gemacht, dass Alternativen zur geplanten Verlagerung geprüft und die Argumente für den Produktionsstandort Winterthur in die weiteren Überlegungen einbezogen werden.
Austausch mit Kanton und weiteren Beteiligten
Parallel zum direkten Gespräch mit Zimmer Biomet steht die Stadt im Austausch mit dem Kanton Zürich. Regierungspräsidentin und Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh unterstützt die Stadt in ihren Bemühungen. Darüberhinaus führt die Stadt Gespräche mit weiteren involvierten Akteurinnen und Akteuren, darunter der Arbeitnehmervertretung und den Gewerkschaften.
Mit dem AZW in Winterthur steht sie wegen der Situation der betroffenen Lernenden im Austausch.
Auch Zulieferer und andere Unternehmen aus der Region haben sich bei der Stadt gemeldet und ihre Besorgnis über die angekündigte Restrukturierung zum Ausdruck gebracht. Der mögliche Stellenabbau betrifft damit nicht nur Zimmer Biomet selbst: Ein Produktionsstandort dieser Grössenordnung ist Teil einer regionalen Wertschöpfungskette und sichert auch Aufträge und Arbeitsplätze bei weiteren Unternehmen.
Neue Wirtschaftsstrategie setzt auf Sicherung von Arbeitsplätzen
Der angekündigte mögliche Stellenabbau unterstreicht die Bedeutung der im Mai 2026 verabschiedeten städtischen Wirtschaftsstrategie.
Diese setzt einen Schwerpunkt darauf, bestehende Arbeitsplätze zu halten und neue zu schaffen, attraktive Rahmenbedingungen für Unternehmen zu fördern und Winterthur als starken Industrie-, Technologie- und Innovationsstandort weiterzuentwickeln.
Ein wichtiger Bestandteil ist dabei auch die systematische Pflege der bereits ansässigen Unternehmen.
Nächste Schritte
Ein weiteres Gespräch mit Zimmer Biomet ist vorgesehen. Bis dahin klärt die Stadt, welche konkreten Handlungsmöglichkeiten innerhalb ihrer Kompetenzen bestehen und welche Instrumente der Wirtschaftsstrategie im vorliegenden Fall genutzt werden können. Zudem wird sich die Stadt um Einsicht in den vorgesehenen Sozialplan bemühen.
Stadtrat nimmt im Parlament Stellung
Auch das Stadtparlament befasst sich mit dem angekündigten Stellenabbau. Von verschiedenen Parteien wurden Fragen dazu eingereicht. Der Stadtrat wird in der nächsten Parlamentssitzung zum aktuellen Stand, zu seinen bisherigen Aktivitäten und zu den Handlungsmöglichkeiten der Stadt Stellung nehmen.








