Fassaden futsch: So heftig ist die Bilanz des Zerstörer-Hagels
Heftige Hagelstürme haben letzte Woche in Teilen der Schweiz massive Schäden angerichtet. Schätzungen gehen von einer dreistelligen Millionensumme aus.

Das Wichtigste in Kürze
- Am Freitag gab es in der Schweiz heftige Gewitter mit Hagel. Auch Personen kamen zu Schaden.
- Allein der Kanton Zürich geht von einer Schadenssumme von 200 Millionen Franken aus.
- Der Hagel beschädigte vor allem Dächer, Fassaden und Lamellenstoren.
Heftige Gewitter mit Hagel haben am Freitag Teile der Schweiz getroffen. Zahlreiche Gebäude wurden beschädigt, die Schadensmeldungen gehen in die Tausenden

Örtlich erreichten die Hagelkörner einen Durchmesser von bis zu sechs Zentimetern. Solch grosser Hagel ist in der Schweiz vergleichsweise selten.
«Aussergewöhnlich grosses Elementarschadenereignis»
Sehr hart hat es den Kanton Solothurn getroffen. In einer Medienmitteilung der Solothurnischen Gebäudeversicherung (SGV) vom 31. August heisst es: «Für die SGV handelt es sich um ein aussergewöhnlich grosses Elementarschadenereignis.»
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Bis dato seien bereits über 4000 Schadensmeldungen eingegangen. Die Schadenssumme werde sehr wahrscheinlich die 20-Millionen-Franken-Marke überschreiten. Insbesondere seien beschädigte Dächer, verhagelte Fassaden und Wasserschäden an Gebäuden gemeldet worden.
«Bei einer derart grossen Zahl von Schadenfällen kann die Bearbeitung mehr Zeit als üblich beanspruchen», schreibt die SGV.
Die Aargauische Gebäudeversicherung (AGV) erwartet ebenfalls einen grossen Schaden «im tieferen zweistelligen Millionenbereich». Das entspreche einer Summe von bis zu 30 Millionen Franken.
Über 3000 Schadensmeldungen seien bereits eingegangen. «Das sind ungefähr so viele wie im gesamten Jahr 2025 oder 2024», sagt die AGV gegenüber Nau.ch.
Auf «Massenereignis» folgt eine Nachmeldewelle
Erfahrungsgemäss folge auf ein solches «Massenereignis» eine Nachmeldewelle. Das bedeutet, dass im Laufe der Zeit mit weiteren Meldungen gerechnet wird. Die Bearbeitung der Meldungen würde bereits auf Hochtouren laufen.
Besonders stark vom Hagelsturm am Freitagmorgen betroffen waren im Aargau die Regionen Baden/Wettingen, das Fricktal sowie das untere Aaretal/Birrfeld. Am häufigsten gemeldet wurden Schäden an Lamellenstoren. «Das ist ein bekanntes, aber auch vermeidbares Problem», sagt die Versicherung.

Auch im Kanton Bern gehen die Schäden in die Millionen. Die Gebäudeversicherung Bern schätzt die Summe auf rund vier Millionen Franken. Von Freitag- bis Montagmorgen seien rund 470 Meldungen eingegangen.
Noch viel härter hat es Bülach und andere Ortschaften im Kanton Zürich getroffen.
Die Gebäudeversicherung Zürich schätzt den Schaden im Kanton bereits auf 200 Millionen Franken. Derzeit liegen der Gebäudeversicherung rund 11'600 Schadensmeldungen vor. Und es würden immer noch Meldungen eingehen, so die GVZ.
«Durchmesser eines Fünflibers oder mehr»
Da derzeit laufend neue Meldungen eingehen, kann die Gebäudeversicherung Thurgau noch keine konkrete Schadenssumme nennen. Jedoch: Bereits mehr als 1000 Meldungen sind schon eingegangen.
Ähnliches in Schaffhausen: «Das Sturmereignis vom 28. August 2026 hat den Kanton Schaffhausen schwer getroffen», sagt die Gebäudeversicherung des Kantons zu Nau.ch.
Es sei Hagel gesehen worden, welcher «zum Teil den Durchmesser eines Fünflibers erreichte oder noch leicht übertraf».
Es sei aber noch zu früh, um eine abschliessende Bilanz zu ziehen. 800 Meldungen seien bei der Schaffhauser Gebäudeversicherung eingegangen. Der Schaden betrage wahrscheinlich «mehrere Millionen», so die Versicherung.













