Nach Bergsturz: Erste Bewohner dürfen zurück nach Blatten VS

Luna Gerber
Luna Gerber

Oberwallis,

Nach dem Bergsturz im Lötschental öffnet Blatten VS seine Sperrzone leicht: Die ersten Eigentümer intakt gebliebener Häuser dürfen heimkehren.

blatten
Vor einem Jahr kam es bei Blatten VS zum Gletscherabbruch, das Dorf wurde zu grossen Teilen verschüttet. Nun lässt die Gemeinde die ersten Bewohner zurück in ihre Häuser. - Kanton Wallis

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach dem Bergsturz im Lötschental lockert Blatten VS die Sperrzone.
  • Eigentümer intakter Häuser dürfen heimkehren, einige Gefahrenzonen bleiben gesperrt.
  • Die Gemeinde plant den gestaffelten Wiederaufbau – voraussichtlich bis 2030.

Nach dem verheerenden Bergsturz im Lötschental vom 28. Mai 2025 gibt es eine erste Erleichterung für die Bewohner von Blatten VS. Die Gemeinde hat die Sperrzone angepasst.

Eigentümer von intakten und bewohnbaren Häusern dürfen nun wieder ohne Sonderbewilligung zurückkehren, wie die Gemeinde am Freitag mitteilte.

Schweizer Bergsturz
Als die Welt noch in Ordnung war: Blatten vor dem gigantischen Gletscherabbruch. - dpa

Nicht alle Bereiche sind jedoch freigegeben. Die Gefahrenzonen rund um den aufgestauten See und den Schuttkegel bleiben weiterhin gesperrt.

Auch die stark beschädigten Zonen auf den Gemeindegebieten von Blatten und Wiler sind noch nicht zugänglich.

Ist die Schweiz für zukünftige Naturkatastrophen wie in Blatten gewappnet?

Die Anpassung der Sperrzone ist ein wichtiger Schritt für jene Einwohner, deren Häuser den Bergsturz unbeschadet überstanden haben. Sie müssen ihr Zuhause nicht länger aus der Ferne verwalten.

Sie zwei kehren als Erste zurück

Brigitte Dirren und Adrian Kalbermatten sind die ersten Glücklichen, die von der Lockerung profitieren. Ihr Haus liegt oberhalb des Dorfes und blieb unversehrt.

Für das Paar würde damit ein schwieriges Jahr der Ungewissheit enden. Dirren versucht gegenüber dem Walliser Portal «Pomona», ihre ambivalenten Gefühle zu ordnen: «Es ist unglaublich, aber auch traurig.»

Die Erleichterung, wieder nach Hause zu dürfen, sei gross. Doch der Anblick des zerstörten Tals lastet auf ihr: «Die anderen haben alles verloren. Es bricht mir das Herz.»

Das Paar hatte das Haus im Jahr 2015 gekauft und lebte schon davor in der Region. Nun laufen die Vorbereitungen für die Rückkehr auf Hochtouren, wie «Pomona» schreibt.

Strom, Wasser und die Infrastruktur sind weitgehend wiederhergestellt. Einige kleinere Arbeiten stehen noch aus.

Behörden planen den Wiederaufbau bis 2030

Die Behörden bezeichnen die Lockerung der Sperrzone als wichtigen Schritt im gestaffelten Wiederaufbau.

Hast du für Blatten gespendet?

Blatten soll bis 2030 neu entstehen – nicht der ursprüngliche Zustand werde angestrebt, sondern ein angepasstes, sicheres und modernes Dorf.

Der Weg dahin ist lang. Grosse Teile des Dorfes sind weiterhin zerstört und unbewohnbar.

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Kommentare

User #4487 (nicht angemeldet)

Das ist zu wenig.

User #4299 (nicht angemeldet)

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