Migros

    Migros will harte Verhandlungen mit Markenherstellern

    Luna Gerber
    Luna Gerber

    Genève,

    Die Migros denkt über neue Allianzen nach – und will bei der Entscheidung über Einkaufspreise mehr mitmischen.

    Migros
    Die Migros liebäugelt damit, neue Allianzen zu knüpfen. (Symbolbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Allianzen stärken den Handel und schwächen die Preismacht der Lebensmittelkonzerne.
    • Die Migros baut nun ihre Einkaufsmacht aus und plant den Beitritt zur Allianz Everest.
    • Der harte Preisdruck führt zu Konflikten – mit Lieferstopps und leeren Regalen.

    Wer sitzt im Supermarkt eigentlich am längeren Hebel? Immer öfter entscheiden nicht mehr allein die grossen Lebensmittelkonzerne über die Preise der Markenprodukte.

    In Europa bündeln Supermarktketten ihre Einkaufsmacht, um gemeinsam bessere Konditionen durchzusetzen.

    Dieses Instrument nennt sich Einkaufsallianz. Es verspricht dem Handel bessere Konditionen und tiefere Einkaufspreise.

    Einer der wichtigsten Akteure in diesem Geschäft ist Gianluigi Ferrari, der Chef der beiden wichtigen Allianzen Everest und Epic. Er meidet die Öffentlichkeit. Laut «NZZ» ist er aber «eine Art Robin Hood für die Konsumenten».

    Preisschilder erzählen nur die halbe Geschichte

    Ferrari gilt als harter Verhandler. Er selbst sieht seine Rolle anders. Er sagt, er sorge für ein Gleichgewicht zwischen mächtigen Konzernen und dem ebenfalls stark konzentrierten Detailhandel.

    Als Geschäftsführer von Epic steht Ferrari in unmittelbarem Kontakt mit dem Schweizer Detailhändler Migros. Denn im Epic-Verwaltungsrat sitzt Migros-Chef Mario Irminger.

    Die Migros ist seit 2021 Mitglied bei Epic.

    Kanntest du Epic und Everest?

    Wie die Zeitung schreibt, sei der nächste Schritt der Migros nun ein Beitritt zu Everest, der anderen Allianz Ferraris. So könne sie gemeinsam mit anderen grossen Händlern über Einkaufspreise verhandeln. Die Migros bestätigt, dass dies geprüft werde.

    Nachträgliche Rabatte problematisch

    Everest und Epic verhandeln zusätzliche Rabatte mit über fünfzig internationalen Konzernen. Und zwar, nachdem die regulären Preise bereits festgelegt wurden.

    Aus Sicht der Hersteller sind diese nachträglichen Rabatte besonders problematisch.

    Als Gegenleistung bieten Händler zwar Aktionen oder mehr Platz im Laden an. Doch viele Produzenten sagen, dass dies die finanziellen Einbussen nicht ausgleicht.

    Gähnende Leere in Regalen der Migros

    Die Migros verlangt von ihren Lieferanten künftig einheitliche Preise für alle Vertriebskanäle. Dabei orientiert sie sich am tiefsten bisher bezahlten Einkaufspreis.

    Nicht alle Hersteller sind bereit, diese Preissenkungen mitzutragen. In einigen Fällen kam es deshalb zu Bestellstopps oder Lieferunterbrüchen.

    In den vergangenen Monaten fehlten einzelne Markenprodukte zeitweise in den Regalen.

    Kommentare

    User #4549 (nicht angemeldet)

    Und das geht natürlich immer auf Kosten der schwächsten, wue die Produzenten, mir der Migros geht's nur noch Bachab, die sollte man meiden!

    User #4657 (nicht angemeldet)

    Zum Wohle der Kunden und der Migros, dem sagt man Marktwirtschaft. Danke werte Grossverteiler, denn andauernd wird doch über das hohe Preisnivau gejammert. Und wenn man einmal etwss unternimmt ist es auch nicht recht.

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