Mega-Umbau geplant: Migros soll zur Einheitsgenossenschaft werden
Die zehn Regionen und der MGB sollen unter ein gemeinsames Dach rücken. Mitte 2027 stimmen 2,3 Millionen Genossenschafter darüber ab.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Migros will ihre zehn Regionalgenossenschaften in einer Gruppengenossenschaft bündeln.
- Sieben Geschäftseinheiten bleiben eigenständig, das Supermarktgeschäft wird zentral geführt.
- Sechs Regionalräte sollen die regionale Verankerung weiterhin sicherstellen.
Die Migros will ihre heutige Struktur grundlegend verändern und in eine Gruppengenossenschaft überführt werden.
Die Verwaltungen der zehn regionalen Migros-Genossenschaften und des Migros-Genossenschafts-Bundes haben diesem Schritt einstimmig zugestimmt. Dies geht aus der Medienmitteilung der Migros-Gruppe vom Montag hervor.
Endgültig entscheiden sollen die 2,3 Millionen Genossenschafterinnen und Genossenschafter Mitte 2027 in einer Urabstimmung.
Supermarktgeschäft soll zentral geführt werden
Künftig soll die Gruppengenossenschaft das Dach über den sieben Geschäftseinheiten Migros Supermarkt, Migros Industrie, Denner, Migrol/Migrolino, Digitec Galaxus, Migros Bank und Medbase bilden.
Diese sollen weiterhin eigenständig operieren. Das schweizweite Supermarktgeschäft soll jedoch künftig zentral geführt werden.
Die Migros begründet den Umbau mit dem Ziel, schneller entscheiden, gezielter investieren und Doppelspurigkeiten abbauen zu können.
Regionalräte sollen lokale Interessen vertreten
Gleichzeitig soll die regionale Verankerung erhalten bleiben. Dafür sind sechs Regionalräte vorgesehen. Je ein Regionalrat soll die französischsprachige und die italienischsprachige Schweiz vertreten. Die Regionalräte sollen regionale Anliegen einbringen und die Delegierten wählen.
Für Kundinnen und Kunden sollen Filialen, Personal und Produkte nach Angaben der Migros grundsätzlich unverändert bleiben. Auch das Label «Aus der Region. Für die Region.» und die regionalen Produkte sollen weitergeführt werden.
Migros will Entlassungen vorerst vermeiden
Die Veränderungen betreffen laut Migros vor allem Verwaltungs- und Managementstrukturen. In den regionalen Genossenschaften soll es bis mindestens Mitte 2028 keine organisationsbedingten Entlassungen geben.
Wo Stellen betroffen sind, will die Migros nach Möglichkeit interne Anschlusslösungen anbieten. Die Tochterunternehmen der Gruppe seien von den strukturellen Veränderungen nicht betroffen.
Irminger und Diethelm kündigen Rückzug an
Mit dem Umbau sind auch Veränderungen an der Spitze verbunden. Mario Irminger, Präsident der Generaldirektion des Migros-Genossenschafts-Bundes, und Peter Diethelm, CEO der Migros Supermarkt AG, wollen ihre Funktionen auf den Zeitpunkt der Urabstimmung hin abgeben.
Der Nachfolgeprozess wurde bereits eingeleitet. Diethelm soll die Transformation anschliessend bis Ende 2028 in unterstützender Funktion begleiten.
Auch das Kulturprozent und weitere gesellschaftliche Engagements sollen bestehen bleiben. Die Unterstützungsbeiträge sollen weiterhin in jene Regionen zurückfliessen, in denen sie erwirtschaftet wurden.
In den kommenden Monaten will die Migros die Details der neuen Struktur ausarbeiten und die vorgesehenen Gremien einbeziehen. Die Urabstimmung Mitte 2027 entscheidet schliesslich darüber, ob die Gruppengenossenschaft tatsächlich umgesetzt wird.















