Messerattacke: Polizei-Sonderkommission kannte Winti-Täter bereits
Eine Sonderkommission der Polizei kannte späteren Täter vor dem Messerangriff von Winterthur bereits. Sicherheitsdirektor Mario Fehr verschwieg dies.

Das Wichtigste in Kürze
- Eine Sonderkommission der Kantonspolizei Zürich kannte den Täter von Winterthur bereits.
- Die Bundeskriminalpolizei wurde über sein auffälliges Verhalten vor der Tat aufgeklärt.
- Sicherheitsdirektor Mario Fehr verschwieg diese Informationen an der Medienkonferenz.
Ein «übler Terror-Akt». So bezeichnete Sicherheitsdirektor und Regierungsrat Mario Fehr den Messerangriff von Donnerstagmorgen in Winterthur.
Beim Attentäter handelt es sich um einen 31-jährigen schweizerisch-türkischen Doppelbürger.
Wie der «SonntagsBlick» berichtet, informierte die Kantonspolizei Zürich die Bundeskriminalpolizei zwei Tage vor dem Messerangriff über den Mann. Die sogenannte Sonderkommission (Soko) Master teilte mit, dass der spätere Täter Hilfe gesucht hatte.
Die Soko Master sammelt Hinweise auf Radikalisierung und islamistischen Extremismus. Gemeinsam mit Polizei- und Behördenpartnern leitet sie Massnahmen zur Gefahrenabwehr und Strafverfolgung ein.
Der 31-jährige Täter hatte Tage vor seiner Tat die Polizei angerufen und wirre, zusammenhangslose Aussagen gemacht. Daraufhin wurde er in eine Psychiatrie eingewiesen, die er kurz darauf jedoch wieder verliess.
Fehr kritisiert, behält jedoch Informationen für sich
Bei einer Medienkonferenz am Donnerstagnachmittag erhob der Zürcher Sicherheitsdirektor Mario Fehr Vorwürfe gegen die psychiatrische Institution: «Weshalb dort so entschieden wurde, entzieht sich unseren Kenntnissen.»
Was Fehr und Kantonspolizei-Kommandant Marius Weyermann dabei jedoch nicht erwähnten: Die Soko Master wusste von den Wahnvorstellungen des Mannes. Sie war alarmiert, handelte aber nicht wirkungsvoll, schreibt die Zeitung.
Warum diese Informationen an der Medienkonferenz verschwiegen wurden, bleibt unklar.
Täter schon lange polizeilich bekannt
Der Täter von Winterthur ist der Kantonspolizei schon seit Jahren bekannt. Spätestens seit 2015 taucht sein Name in Justizakten auf. Damals wurde er angezeigt, weil er Propaganda für die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) verbreitet hatte.
Er trat immer wieder in Verbindung mit der radikalen Islamistenszene rund um die An'Nur-Moschee in Winterthur auf. Zudem bezeichnete er sich selbst als glühenden Anhänger des IS.
Offen bleibt, wie intensiv die Überwachung der Soko Master gewesen ist. Ebenfalls ungeklärt ist, ob auch der Nachrichtendienst des Bundes den Täter bereits auf dem Radar hatte.













