Menschenhandel

    Menschenhandel grassiert in der Schweiz – Täter oft straffrei

    Keystone-SDA
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    Bern,

    Schweizer Opferschützer melden mehr potenzielle Opfer von Menschenhandel. Verurteilungen bleiben trotzdem selten.

    Menschenhandel
    Sie wurde Opfer von Menschenhandel in der Schweiz. Die Frau kam zu einer Medienkonferenz in Genf. (Archivbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • 2025 identifizierten Schweizer NGOs 192 neue Opfer von Menschenhandel.
    • Die meisten Fälle betrafen sexuelle Ausbeutung oder Ausbeutung der Arbeitskraft.
    • 70 Prozent der neu erkannten Opfer waren Frauen aus 79 Herkunftsländern.

    Im Jahr 2025 identifizierten die Opferschutzorganisationen der Menschenhandelsbekämpfungs-Plattform Plateforme Traite 192 neue Opfer von Menschenhandel.

    Das teilte der Zusammenschluss schweizerischer nichtstaatlicher Organisationen gegen Menschenhandel am Donnerstag anlässlich des Internationalen Tages gegen Menschenhandel mit. Insgesamt führten die Organisationen mit mehr als 380 Personen ein Erstgespräch.

    Organisationen identifizieren 192 neue Opfer

    Von den neu identifizierten Opfern waren 55 Prozent Menschenhandelsopfer durch sexuelle Ausbeutung, 42 Prozent durch Ausbeutung der Arbeitskraft und 3 Prozent litten unter anderen Formen der Ausbeutung.

    Diese Zahlen entsprechen laut Plateforme Traite weitgehend jenen der Vorjahre, während aber die Zahl der Zuweisungen potenzieller Opfer weiter zugenommen hat.

    Die Mehrheit der neu identifizierten Betroffenen sind Frauen (70 Prozent). Die Opfer sind aus 79 Herkunftsländern. Am häufigsten wurden im vergangenen Jahr Menschen aus Kolumbien, Nigeria und Brasilien identifiziert.

    Opfer reichen 68 neue Strafanzeigen ein

    Im Berichtsjahr wurden erstmals auch Zahlen zu den von den Opfern eingereichten Strafanzeigen erhoben: Die fünf Mitgliederorganisationen der Plateforme Traite verzeichneten für 2025 insgesamt 87 laufende Strafverfahren. Davon wurden in 68 Fällen die Anzeigen gegen die Täterschaft im Laufe des vergangenen Jahres eingereicht wurden.

    Müssen die Behörden strenger gegen Menschenhandel vorgehen?

    Dennoch bleibe die Zahl der Verurteilungen wegen Menschenhandels nach wie vor sehr klein, betonte Plateforme Traite.

    Seit der Einführung des Straftatbestandes Menschenhandel im Schweizerischen Strafgesetzbuch im Jahr 2006 wurden demnach durchschnittlich nur zehn Urteile wegen Menschenhandels pro Jahr rechtskräftig.

    Plattform kritisiert wenige Verurteilungen

    Die geringe Zahl an Verurteilungen zeige, dass viele Betroffene weiterhin auf diesem Weg keine Gerechtigkeit erfahren und zahlreiche Täter straffrei bleiben.

    Neben dem mangelnden Bewusstsein und Fachwissen der mit den Fällen Befassten in der Strafverfolgung liege ein weiterer Grund in der Formulierung im entsprechenden Strafgesetzartikel zu Menschenhandel.

    Dieser definiere die Tatbestandsmerkmale des Menschenhandels nicht ausreichend klar, beklagt Plateforme Traite. Dies gelte insbesondere im Bereich der Arbeitsausbeutung.

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    Kommentare

    User #2253 (nicht angemeldet)

    Die Not und Hoffnung der Menschen, die sich von ihrer Armut befreien wollen wird knallhart mit leeren Versprechungen ausgenutzt. Das Interesse gegen diese kriminellen Machenschaften vorzugehen ist ziemlich halbherzig. Wir hinken mit allen Gegenmassnahmen diesen gut vernetzten Clans hinterher. Man steht diesem Problem mit einer gewissen Ohnmacht gegenüber.

    User #2419 (nicht angemeldet)

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