Marzilibad wird nach Sanierung eventuell wieder zur Insel
Im Rahmen der Projektarbeiten für die Gesamtsanierung des Marzilibads wird die Stadt Bern prüfen, ob das Marzilibad wieder wie früher zur Insel wird.

Der Berner Gemeinderat hat einen Projektierungskredit für die Gesamtsanierung des Marzilibads genehmigt. Es geht um 5,2 Millionen Franken. Im Rahmen der Projektarbeiten wird die Stadt prüfen, ob das Marzilibad wieder wie früher zur Insel wird.
Wie aus einer Mitteilung der Stadtregierung hervorgeht, befanden sich die Badeanlagen bis Ende der 1960-er Jahre - vom Stadtzentrum aus gesehen - hinter einem Aare-Seitenarm. Dieser wurde zwischen 1968 und 1970 zugeschüttet, so dass der Insel-Charakter der Badeanlage verloren ging.
Über eine allfällige Öffnung des «Löifu», wie er im Volksmund genannt wurde, wird aber erst nach Vorliegen des Studienauftrags entschieden.
Für die Finanzierung dieses Auftrags und für die anschliessende Ausarbeitung eines umfassenden Sanierungsprojekts dienen die 5,2 Millionen Franken des Projektierungskredits, den die Stadtregierung zuhanden des Stadtparlaments verabschiedet hat. Dieses entscheidet in der ersten Hälfte des kommenden Jahrs über die 5,2 Millionen.
36 bis 48 Millionen Franken teuer
Dass das Marzilibad saniert werden muss, ist schon länger bekannt. Der Berner Stadtrat überwies Anfang dieses Jahres eine Motion, in der er eine baldige Sanierung der sanitären Anlagen forderte. Knapp 33 Millionen Franken seien für die Gesamtsanierung in der mittelfristigen Investitionsplanung eingestellt, sagte damals der Gemeinderat.
Im am Donnerstag veröffentlichten Vortrag des Gemeinderats an den Stadtrat steht nun, dass mit 36 bis 48 Millionen Franken zu rechnen ist, die allfällige Öffnung des alten Aarelaufs nicht inbegriffen. Wird der «Löifu» geöffnet, ist mit zusätzlichen Kosten von 9 bis 14 Millionen Franken zu rechnen.
Eine Öffnung des alten Seitenarms wäre «eine städtebauliche und betriebliche Chance von grosser Bedeutung», schreibt die Berner Stadtregierung. Sie würde für den Gemeinderat die Attraktivität des Marzili-Quartiers erhöhen.
Sowohl ein zum Schwimmen geeigneter als auch ein seichter, nur rund 50 Zentimeter tiefer Kanal ist mittels Strömungssimulation auf wasserbautechnische Realisierbarkeit untersucht worden. «Diese konnte für beide Varianten bestätigt werden», steht im Gemeinderatsvortrag. Es sind nun weitere Untersuchungen nötig, etwa hinsichtlich Flächenbedarf und Auswirkungen auf den Betrieb.
Im Marzilibad wird bereits gebaut: Anfang Oktober begann die Sanierung des Bueberseelis, also des am weitesten flussabwärts gelegenen Anlageteils. Die Bauarbeiten dauern voraussichtlich bis Mai 2019 und dürften etwa sechs Millionen Franken kosten.
Etappenweise Sanierung
Im Rahmen des Studienauftrages wird unter anderem geprüft, wie die bestehenden Schwimmbecken am besten ersetzt und wie die Gebäude erneuert werden können. Die Garderoben- und Kabinenbauten sind denkmalpflegerisch als erhaltenswert eingestuft. Aus diesem Grund sollen sie nicht komplett ersetzt, sondern saniert werden.
Demgegenüber ist das Betriebs- und Gastronomiegebäude weder im Bauinventar enthalten, noch wäre eine Sanierung laut Gemeinderat wirtschaftlich. Deshalb ist ein «zeitgemässer Ersatzbau» geplant. Zudem sollen alle Sanitäranlagen, der Zugang und die Veloparkplätze erneuert werden.
Alle Massnahmen sollen dazu führen, dass der «einmalige Charakter des über Bern hinaus bekannten und beliebten Flussbades nicht nur erhalten, sondern gestärkt werden kann», wie der Gemeinderat schreibt.
Er beabsichtigt, den Baukredit für die Gesamtsanierung den Stimmberechtigten im Jahr 2022 zu unterbreiten. Die baulichen Massnahmen könnten ab 2023 umgesetzt werden. Dabei sollen die Arbeiten wenn immer möglich etappenweise beziehungsweise ausserhalb der Badesaison vorgenommen werden, so dass nur Teile der Gesamtanlage für die Besucher gesperrt werden müssen.






