Mann ohne Billett in SBB-Warteraum «erwischt» – 100 Fr. Busse
Ein Mann wurde in Pruntrut JU gebüsst, weil er sich ohne Ticket im Warteraum aufhielt. Die SBB betont: Wer sich «normal verhält», wird nicht weggewiesen.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein junger Mann wurde im Bahnhof Pruntrut JU gebüsst, weil er sich ohne Billett im Wartesaal aufhielt.
- Unberechtigter Aufenthalt, Herumlungern sowie Sitzen oder Liegen auf Böden und Treppen seien verboten.
Ein junger Mann hat eine Busse von 100 Franken kassiert. Dazu kommen nun noch Gerichtskosten von 36 Franken. Sein Vergehen: Er hielt sich ohne Billett im Wartesaal von Perron 2 des Bahnhofs Pruntrut JU auf, berichtet «Le Quotidien Jurassien».
Ein Mediensprecher der SBB erklärte gegenüber dem jurassischen Medium: Die Person habe den Warteraum «besetzt». Solche Anzeigen gebe es, um zu verhindern, dass wartende Reisende durch solche Personen gestört würden.
Die SBB handelt damit auf Basis ihres Hausrechts. Bahnhöfe sind zwar öffentlich zugängliche Orte, gehören aber dem Unternehmen. Wer dort ohne Berechtigung verweilt, kann zur Rechenschaft gezogen werden.
Sabrina Schellenberg, Mediensprecherin der SBB, erklärt auf Anfrage von Nau.ch: «Die SBB erstatt nur Anzeige, in Fällen, in denen gegen die Bahnhofsverordnung verstossen wird.»
Normal dasitzen ist in der Regel kein Problem – auch ohne Billett. «Wenn man andere Reisende nicht stört, wird man nicht weggewiesen», sagt die SBB-Sprecherin.
«Kommt hie und da vor»
Wie oft Personen weggewiesen werden oder deshalb angezeigt werden, wird bei der SBB nicht erfasst. «Es kommt hie und da vor», sagt die Mediensprecherin.
Ein Blick in die Bahnhofsordnung zeigt: Die SBB setzt durchaus Grenzen. Nicht erlaubt sind unter anderem: Sitzen oder Liegen auf Boden und Treppen, Herumlungern sowie der unberechtigte Aufenthalt in Warteräumen.
Die Regeln sind nicht allen bekannt, werden jedoch umgesetzt. Wie beispielsweise Touristen erfahren haben, über die Nau.ch letzte Woche berichtete.
Sie hatten in Bern ihren letzten Zug verpasst und schliefen dort in einem Lift, später auf einer Bank im Bahnhof. Das Sicherheitspersonal weckte die Reisenden und schickte sie weg.
Schellenberg erklärt dies so: Ein Bahnhof sei nicht dafür vorgesehen, die Nacht dort zu verbringen.



















