Preisgekrönt: 7 Bahnhöfe, an denen man gerne länger bleibt
Diese Bahnhöfe sind viel zu schön, um einfach nur durchzueilen. Prix Versailles hat sieben Stationen ausgezeichnet, die Reisende zum Staunen bringen.

Das Wichtigste in Kürze
- Sieben Bahnhöfe wurden mit einem Preis als schönste Bahnhöfe 2026 ausgezeichnet.
- In Rom machen archäologische Funde den Weg zur U-Bahn zum Museumsbesuch.
- Auch Bahnhöfe in Los Angeles, Neapel, Lyon, Melbourne und Riad wurden ausgezeichnet.
Ein Bahnhof wie eine Kathedrale, eine U-Bahn-Station als begehbares Kunstwerk und eine Haltestelle, die ihre Fahrgäste mitten in die römische Antike führt: An diesen Orten wird schon das Einsteigen zum Erlebnis.
Der Prix Versailles hat die sieben «World’s Most Beautiful Stations 2026» gekürt. Die Auswahl führt von Melbourne über Lyon, Rom und Neapel bis nach Riad und Los Angeles.
Gesucht wurden Bahnhöfe, die nicht nur schön aussehen, sondern mit ihrer Architektur auch einen Bezug zur jeweiligen Stadt schaffen. Das sind die sieben ausgezeichneten Bahnhöfe:
Town Hall Station, Melbourne
Mitten im historischen Zentrum Melbournes liegt die Town Hall Station unter der Swanston Street. Besonders eindrücklich sind ihre gewaltigen unterirdischen Dimensionen. Acht mächtige Säulen tragen die Decke der Halle und erinnern mit ihren Verzweigungen an Bäume.
Kupferfarbene Gewölbedecken ragen bis zu zehn Meter über den breiten Perrons auf und verleihen der Station beinahe den Charakter einer Kathedrale. Kunstwerke an den Eingängen und entlang der Perrons schlagen zusätzlich die Brücke zur Geschichte und Kultur der Stadt.

National Museum Station, Riad
Die National Museum Station ist als Tor zum Nationalmuseum und zum historischen Zentrum von Riad konzipiert. Ihre auffällige Betonfassade orientiert sich an der Landschaft des Tuwaiq-Gebirges und greift mit dreieckigen Öffnungen Elemente der traditionellen Najdi-Architektur auf.

Im Innern dominiert dagegen ein leuchtendes Blau. Ein lichtdurchflutetes Atrium führt die Passagiere zu den bis zu 33 Meter tief gelegenen Perrons. Die Station verbindet die blaue und die grüne Linie der Metro Riad.
Colosseo – Fori Imperiali, Rom
U-Bahn-Bau in Rom bedeutet fast zwangsläufig eine Begegnung mit der Antike. Bei der Station Colosseo – Fori Imperiali wurde daraus ein Teil des Konzepts. Die Anlage reicht über vier Ebenen mehr als 30 Meter tief in den Untergrund.

Archäologische Funde, die während der Bauarbeiten zum Vorschein kamen, begleiten die Fahrgäste auf ihrem Weg zu den Zügen. Die Station wird so gleichzeitig zum Museum – inklusive eines überraschenden Blicks auf das Kolosseum.
Lyon Part-Dieu, Lyon
Der Bahnhof Lyon Part-Dieu ist nicht nur Verkehrsknotenpunkt, sondern auch eine Verbindung zwischen verschiedenen Stadtquartieren. Im Zuge eines rund zehnjährigen Umbaus wurde die Anlage auf die stark gestiegenen Passagierzahlen ausgerichtet und in ihrer Grösse verdoppelt.

Neue Zugänge und Passagen sollen den Weg durch den Bahnhof erleichtern. Zum Projekt gehört auch der zweistöckige Place Charles Béraudier mit Frankreichs grösstem Veloparkhaus. Eine 210 Meter lange und 15 Meter hohe Galerie macht aus dem einst reinen Verkehrsbau einen grosszügigen öffentlichen Raum.
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Monte Sant’Angelo, Neapel
In Neapel wird der Weg zur U-Bahn selbst zum Kunstwerk. Die vom britisch-indischen Künstler Anish Kapoor entworfene Monte Sant’Angelo Station empfängt die Passagiere mit zwei monumentalen Öffnungen aus Cortenstahl und Aluminium.

Sie sollen Assoziationen an den Vesuv, Höhlen und die Mythologie der Region wecken. Bis zu 48 Meter geht es hinunter, umgeben von bewusst roh gehaltenen Wänden und Decken. Die 6500 Quadratmeter grosse Station erschliesst unter anderem den Monte-Sant’Angelo-Campus der Universität Federico II.
Western Station, Riad
Gleich ein zweiter Bahnhof aus der saudischen Hauptstadt schafft es in die Auswahl. Die Western Station entstand auf dem Gelände eines früheren Freiluftmarkts und soll weit mehr sein als eine Metrostation. Rund um die Gleise befinden sich Geschäfte, eine Moschee, Fussgängerbereiche, Plätze und Gärten.

Die geschwungenen Dächer sind von den Dünen der Wüste inspiriert und schaffen zugleich schattige Bereiche. Die Züge der Orange Line fahren auf einem Viadukt durch das Areal, ohne die öffentlichen Flächen am Boden zu zerschneiden.
LAX/Metro Transit Center, Los Angeles
Los Angeles ist wie kaum eine andere US-Metropole vom Auto geprägt. Das neue LAX/Metro Transit Center setzt bewusst einen Gegenpunkt. Der multimodale Verkehrsknoten verbindet die Metro-Linien C und K mit 16 Buslinien, einem regionalen Veloknotenpunkt und künftig auch mit automatisierten People Movern.

Grosse Dächer, Glasflächen und natürliche Belüftung sorgen für eine offene Architektur und reduzieren den Bedarf an Klimatisierung. Solarpanels decken laut Prix Versailles rund die Hälfte des internen Energiebedarfs des Gebäudes.
Hinweis: Dieser Artikel wurde zuerst auf «Travelnews.ch» publiziert.








