Crans-Montana: Sicherheitsdirektor widerspricht Gemeindepräsident
Der Gemeindepräsident von Crans-Montana behauptete gestern, die Kontrolle des Schaumstoffes sei nicht Teil der Kontrolle. Der Sicherheitsdirektor widerspricht.

Das Wichtigste in Kürze
- Beim Bar-Brand in Crans-Montana steht der leicht entzündbare Schaumstoff im Zentrum.
- Die Gemeinde behauptet, dass die Kontrolle des Schaumstoffs nicht zur Kontrolle gehöre.
- Der Walliser Sicherheitsdirektor widerspricht: «Selbstverständlich» sei das vorgesehen.
Der Walliser Sicherheitsdirektor Stéphane Ganzer hat sich «schockiert» gezeigt über die Versäumnisse der Gemeinde Crans-Montana VS bei den Brandschutzkontrollen. Solche Dinge dürften in einem Land, in dem die Normen präzise und die gesetzliche Grundlage streng sind, nicht passieren, sagte er dem Westschweizer Fernsehen RTS am Dienstagabend.
Zuvor hatte der Gemeindepräsident von Crans-Montana, Nicolas Féraud, an einer Medienkonferenz zugegeben, dass seit 2019 keine Kontrolle mehr in der Bar «Le Constellation» durchgeführt wurden.

Obwohl diese eigentlich jährlich stattfinden sollte. Ganzer sagte dazu, er sei «mehr als schockiert und verärgert über gewisse Dinge, die er in diesem Zusammenhang» erfahren habe.
«Die in der Bar gelebte Risikokultur schockiert mich»
«Dieses Fehlen von Kontrollen gehört dazu. Auch die in der Bar gelebte Risikokultur schockiert mich», betonte der Staatsrat.
Ganzer erinnerte auch daran, dass die Situation in den Walliser Gemeinden sehr unterschiedlich sei. Die Gemeinde Crans-Montana sei gross, es handle sich um einen Skiort mit einer langen Tourismustradition und einer eigenen Verwaltung.
«Es ist nicht an mir, zum jetzigen Zeitpunkt zu beurteilen, wie diese Verwaltung geführt wird und wie der für die Kontrollen zuständige Dienst seine Arbeit erledigt hat. Was ich feststelle, ist das Versäumnis», sagt er.
Schaumstoff-Kontrolle «gehört selbstverständlich zur Grundlage»
«Solche Versäumnisse dürfen in einem Land wie dem unseren, in dem die Normen präzise sind und die gesetzliche Basis streng ist, nicht vorkommen. Und wenn alles eingehalten würde, hätten wir am Ende keine 40 Toten», so Ganzer.
Die Gemeinde hatte vor den Medien zu ihrer Verteidigung behauptet, dass das Pflichtenheft die Kontrolle des verwendeten Schaumstoffs bei der Lärmschutzdecke nicht ausdrücklich vorsehe.
Dem widerspricht Ganzer: «Es gibt in der Verordnung sehr vollständige und klare Checklisten. Die Kontrolle der Materialien und eines Schaumstoffs wie dieses gehört selbstverständlich zur Grundlage einer Kontrolle in einem Betrieb.»
Das verheerende Feuer mit 40 Toten und 116 Verletzten in der Silvesternacht ging wahrscheinlich von der Verwendung von «Wunderkerzen» aus, welche die Schaumstoffdecke der Bar in Brand setzten. Aus welchem Material diese Schaumstoffdecke bestand, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Der Barbetreiber hatte das Lokal vor etwa zehn Jahren eigenhändig umgebaut.












