Bootsfahrt mit Hindernissen
Charles Linsmayer stellt für den BärnerBär wöchentlich Lesenswertes vor. Heute: «Drei Mann in einem Boot. Ganz zu schweigen vom Hund» von Jerome K. Jerome.

Als sie das Zelt über das Boot spannen wollen, verwickeln sich Harris und George fast unauflösbar ins Segeltuch, der Versuch, ohne Büchsenöffner Ananas zu essen, endet mit der Versenkung der total zerdrückten, aber geschlossenen Büchse in der Themse, Montmorency, der Foxterrier, will ständig den Teekessel umkippen, und als für das ersehnte kühle Morgenbad das Wasser zu kalt ist und der Ich-Erzähler, der die Bootsfahrt der drei Männer von Kingston nach Oxford erfunden hat, wenigstens ein Fussbad nehmen will, bricht der Ast, auf den er sich gesetzt hat, zusammen und er landet mit einer Gallone Themsewasser im Bauch mitten im Strom.
«Three Men in a Boat – To Say Nothing of the Dog» hiess die Erzählung, die Jerome Klapka Jerome, ursprünglich als Reiseführer geplant, 1889 in London erstmals veröffentlichte.

Das mit seinen Slapstick-Szenen und der bissigen Satire auf das englische Bürgertum nach wie vor lesenswerte Buch ist ein Musterbeispiel für einen Erfolg abseits der Kritik.
Der «Standard» nannte es eine «Bedrohung für die englische Literatur», die «Morning Post» «ein Beispiel für die traurigen Folgen übermässiger Bildung der unteren Schichten», und doch wurden schon in den ersten zehn Jahren weltweit über eine Million Exemplare abgesetzt und der «Guardian» nahm es 2015 schliesslich unter die 100 besten Romane aller Zeiten auf.








