Die Schweizer Lehrkräfte geben an einer Medienkonferenz in Bern ihre Forderungen bekannt. Es geht um Massentests, CO2-Messgeräte und um Lehrermangel.
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Schüler einer Primarklasse im Unterricht. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Lehrkräfte geben ihre Forderungen fürs neue Schuljahr bekannt.
  • So fordern sie beispielsweise, dass CO2-Messgeräte in Klassenzimmern installiert werden.
  • Auch der Lehrermangel wird angesprochen.

Im kommenden Schuljahr sollen alle Klassenzimmer zum Schutz vor dem Coronavirus mit CO2-Messgeräten ausgestattet werden. Das fordern die Lehrerinnen und Lehrer der Deutsch- und der Westschweiz zum Beginn des neuen Schuljahres.

Zudem brauche es regelmässige Tests an den Schulen. Die Pandemie sei noch nicht vorbei. Der Gesundheitsschutz an den Schulen sei daher zu priorisieren. Das hielten der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) und Westschweiz (SER) am Montag an einer Medienkonferenz in Bern fest.

Lüften reicht nicht

Es reiche nicht, sich auf das regelmässige Öffnen der Fenster zu beschränken. Die Luftqualität müsse auch gemessen werden können, sagte Pierre-Alain Porret vom SER. Die Geräte würden zwischen 150 und 400 Franken kosten. Gemeinden müssten interessiert daran sein, diese Investitionen zu tätigen.

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Eine sogenannte CO2-Ampel. (Archivbild) - keystone

Ausserdem müssten die Schulen bereit sein, die Infrastruktur für Massentests einzurichten. Das sei zwar zunächst aufwändig, sagte Franziska Peterhans, Zentralsekretärin beim LCH. Die Erfahrungen im vergangenen Jahr mit den Massentests hätten aber gezeigt, dass sie den Schulalltag extrem beruhigt. Und, dass sich die Personen vor Ort sich sicherer gefühlt hätten.

Priorisierte Impfung

Lehrerinnen und Lehrer müssten zudem prioritär geimpft werden, wenn sie dies wünschten. Spätestens, wenn es um eine Auffrischung der Impfung gehe, fordern die Verbände. Schulschliessungen und Quarantänen von Lehrpersonen müssten möglichst vermieden werden, sagte Olivier Solioz, Vizepräsident des SER.

Das vergangene Jahr habe dem Lehrpersonal viel abverlangt, fasste Samuel Zingg, Vizepräsident des LCH, zusammen. Damit das nächste Jahr reibungsloser ablaufe, müssten diese Massnahmen jetzt umgesetzt werden, unabhängig von der epidemiologischen Situation. Zudem müsste man auf die psychische Gesundheit der Lehrerinnen und Lehrer achten.

Es herrscht Lehrkräftemangel

An ihrer Medienkonferenz stellten die Dachverbände ihre Forderungen für das neue Schuljahr auf. Dabei betreffen nicht alle Corona und nicht alle neu sind. Ein wiederkehrendes Thema ist der Mangel an Lehrerinnen und Lehrern.

Bereits im vergangenen Sommer hätten ein Drittel der Schulleitungen nicht mit stufen- oder fachqualifizierten Lehrpersonen besetzt werden können. Das sagte Peterhans. «Die Stellensituation ist und bleibt prekär.»

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Eine Lehrperson bei der Arbeit. (Symbolbild) - Keystone

Für die Lehrerinnen und Lehrer brauche es daher mehr Wertschätzung, eine gute Aus- und Weiterbildung sowie faire Löhne und Arbeitszeiten. Das ergänzte Solioz. Nur so würden genügend Personen diesen Beruf wählen und den Schulen auch erhalten bleiben.

Exkursionen sind zentral

Zentral sei zudem, dass die Kinder und Jugendlichen wieder ausreichend Exkursionen, Schullager oder Firmen- und Museumsbesuche machen könnten. Diese seien wichtig für die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen, aber auch für das Erreichen von gewissen Zielen im Lehrplan. Auch aus diesem Grund seien die Massentests nötig, sagte der Präsident des SER, Samuel Rohrbach.

Solche Ausflüge sollen zudem erleichtert werden, fordern die Dachverbände bereits seit mehreren Jahren. Transportunternehmen sollen verpflichtet werden, den Schulklassen kostengünstige Tageskarten - zum Beispiel ab fünf Franken - anzubieten. Dazu sind gemäss der Verbände vier parlamentarische Vorstösse hängig. Diese müssten angenommen werden.

Nach dem vergangenen Jahr gebe es auch im Berufswahlprozess viel aufzuholen, sagte LCH-Vizepräsident Zingg. Den Jugendlichen sei es erschwert oder verunmöglicht worden, Schnupperlehren oder Lehrstellen zu finden. Wichtig sei, dass Jugendliche genügend Zeit und Unterstützung bei der Berufswahl haben. Und, dass sie ohne Selektionsdruck eine Schnupperlehre absolvieren und einen Beruf kennenlernen können.

Berufswahlstress

Viele Betriebe wollten aber bereits möglichst früh «die vermeintlich besten» Bewerberinnen und Bewerber gewinnen. Und würden so die Entscheidung immer weiter nach vorne schieben. Obschon die Jugendlichen noch kaum Zeit gehabt hätten, sich richtig mit der Berufswahl zu beschäftigen, erklärte Zingg. Der Berufswahlfahrplan müsse eingehalten werden, fordern die Dachverbände von den Akteuren aus der Wirtschaft, Politik und Bildung.

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Eine Schülerin hebt die Hand. (Symbolbild) - Keystone

Auch auf die Digitalisierung an den Schulen zielen die Forderungen der Dachverbände. Gerade hier habe die Pandemie gezeigt, wie es diesbezüglich um die Lehrkräfte und um die technische Ausstattung stehe. So Beat Schwendimann, Leiter Pädagogik beim LCH. Es brauche mehr Geräte, WLAN gezieltere Aus- und Weiterbildungen, zeitgemässe Lehrmittel sowie Unterstützung durch Fachpersonen vor Ort.

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