Lehrermangel wird «zwischen Kantonen hin- und hergeschoben»
Schulen buhlen um Lehrpersonen und zahlen dazu bessere Löhne. Im Vergleich zum Vorjahr sieht die Personallage insgesamt besser aus.

Das Wichtigste in Kürze
- In der Schweiz fehlen vor den Sommerferien weniger Lehrpersonen als noch vor einem Jahr.
- Kantone und Gemeinde locken qualifiziertes Fachpersonal mit besseren Löhnen.
- Dadurch werde der Mangel aber «hin- und hergeschoben», sagt Pädagoge Thomas Minder.
Wenige Wochen vor Beginn des neuen Schuljahres werden in der Schweiz weniger Lehrpersonen gesucht als im Vorjahr. Qualifizierte Fachkräfte sind aber weiterhin sehr gefragt.
Gegenüber Nau.ch teilten einige Kantone letzte Woche genaue Zahlen zu den noch gesuchten Lehrpersonen mit.
Der Kanton Zürich zählte etwa 280 offene Stellen, sprach aber von «keinem Mangel mehr für Regellehrpersonen». Personen ohne Zulassung zum Schuldienst können deshalb nicht mehr befristet für ein Jahr als Lehrpersonen eingesetzt werden.
In Bern gab es letzte Woche noch 145 Stellen zu besetzen. Im Aargau waren es 194, in Luzern 86 und in Basel-Landschaft 53.
Bessere Löhne locken
Die Personalsituation an den Schulen werde mit Blick auf das nächste Schuljahr also «gerade so» aufgehen. Das sagt Thomas Minder, Präsident des Verbandes der Schweizer Schulleiterinnen und Schulleiter, zu SRF.
Von einer Entspannung könne man aber nicht sprechen. Denn mit dem letzten Aufgebot habe man «quasi die letzten Vakanzen besetzt».
Das hat auch seinen Preis. Um benötigtes Lehrpersonal zu finden, zahlen Kantone und Gemeinden höhere Löhne.
Im Kampf um qualifizierte Lehrpersonen sieht Minder nun einen Lohnwettbewerb zwischen den Kantonen. «So wird eigentlich der Personalmangel einfach zwischen den Kantonen etwas hin- und hergeschoben.»

Im Gegensatz zur Nordwestschweiz und Bern sieht die Lage in Zürich und der Ostschweiz entspannter aus. Lehrpersonen erhielten dort auch höhere Löhne.
Minder: «Eine Sekundarlehrperson, die in der Ostschweiz in den Beruf einsteigt, verdient circa den Medianlohn, der in der Schweiz gezahlt wird.» Für Berufseinsteiger Mitte 20 bedeute das pro Jahr brutto rund 85'000 Franken.
Eine längerfristige Entspannung bei der Personalsituation ist derweil nicht in Sicht. Für die kommenden Jahre – mindestens bis 2030 – rechnen viele Kantone mit deutlich mehr Kindern, die unterrichtet werden müssen.
«Dramatische» Lage bei Heilpädagogen
Einen Mangel an Fachkräften gibt es aktuell bei den Logopädinnen, Heilpädagogen und Schulleitungen.
Laut Minder präsentiert sich die Lage dort «dramatisch». «Da haben wir schon länger einen Mangel. Der ist jetzt auch nicht weggegangen und die Stellen können nicht befriedigend besetzt werden.»
Gegenüber Nau.ch sagten die Kantone Zürich und Aargau, dass die getroffenen Massnahmen nur langsam Wirkung zeigten.
















