Picasso

Lange ersehnte Schau in Davos lässt Kirchner auf Picasso treffen

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Prättigau,

In Davos werden erstmals Werke von Pablo Picasso jenen von Ernst Ludwig Kirchner gegenübergestellt. Laut der Direktorin des Kirchner-Museums handelt es sich um eines der bis anhin ambitioniertesten Ausstellungsprojekte des Hauses.

Links ein Gemälde von Pablo Picasso und rechts eines von Ludwig Ernst Kirchner. Die Schau in Davos ist die weltweit erste umfassende Gegenüberstellung der beiden Künstler.
Links ein Gemälde von Pablo Picasso und rechts eines von Ludwig Ernst Kirchner. Die Schau in Davos ist die weltweit erste umfassende Gegenüberstellung der beiden Künstler. - Keystone/GIAN EHRENZELLER

«Oft hiess es, Picassos Bildsprache sei so dominant, dass andere Werke daneben zurücktreten», sagte die Direktorin des Kirchner Museums, Katharina Beisiegel, am Freitag an einer Medienkonferenz gegenüber Keystone-SDA. «In dieser Ausstellung zeigen wir, wie fruchtbar und gleichwertig die Gegenüberstellung sein kann.»

In den Räumen des Museums sind rund hundert Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen und Druckgrafiken der beiden Künstler zu sehen. Mit der Schau wolle man nicht etwa zeigen, welcher Künstler besser war, betonte die Direktorin und Kuratorin. Alles begann mit einem Wunsch, den Ernst Ludwig Kirchner 1933, fünf Jahre vor seinem Freitod, formulierte: Dass er eine internationale Ausstellung erwarte, «wo Picasso und ich nebeneinander hängen sollen».

Gesagt, getan? Nicht ganz. Es dauerte 93 Jahre, bis diese Vision Wirklichkeit wurde. Drei davon wurden schon nur für das Organisieren der verschiedenen Leihgaben benötigt, die aus den berühmtesten Picasso-Museen stammen, nämlich aus Barcelona, Madrid, Paris und Berlin.

Nur ein Jahr trennte die beiden Künstler. Kirchner wurde 1880 im deutschen Aschaffenburg und Picasso 1881 in Málaga im Süden Spaniens geboren. Bereits in ihrer Jugend erwiesen sich beide als talentiert, und ihre Eltern ermutigten sie, diesen Weg weiterzugehen. In einem Saal des Museums sind Zeichnungen der beiden aus ihrer Jugendzeit ausgestellt. Der Einfluss des Impressionismus zeigt sich hier bei beiden.

Im Laufe der Jahre entdeckten die Meister dann ihre eigene künstlerische Sprache. «Kirchner war früh ein ausgesprochen ausdrucksstarker und farbintensiver Maler, während Picasso in seiner kubistischen Phase mit einer deutlich reduzierteren Farbpalette arbeitete», erklärte Katharina Beisiegel. Nach dem Ersten Weltkrieg näherten sich die beiden wieder an und verwendeten flachere, rundere und organischere Formen.

Die Ausstellung «Kirchner.Picasso», die ab Sonntag und bis zum 3. Mai in Davos zu sehen ist, sei auch kunsthistorisch ein wichtiges Projekt, so die Direktorin. «Beide waren für die moderne Kunst von grosser Bedeutung und haben einen grossen Einfluss auf die nachfolgenden Künstlergenerationen gehabt. Und jetzt können wir ihre Grösse zusammen präsentieren.»

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