Die Stadt La Chaux-de-Fonds NE will im Jahr 2025 die erste Kulturhauptstadt der Schweiz werden. Man will auf die «Kultur vor der Haustür» aufmerksam machen.
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Blick auf La-Chaux-de-Fonds. - sda - Keystone/MARTIN RUETSCHI

Das Wichtigste in Kürze

  • 2025 soll die Stadt La Chaux-de-Fonds NE die erste Kulturhauptstadt der Schweiz werden.
  • Mit verschiedenen Koproduktionen will die Stadt auf sich aufmerksam machen.
  • Die Idee dahinter: «Die Kultur vor unserer Haustür zu entdecken», so Olivier Schinz.

La Chaux-de-Fonds will 2025 die erste Kulturhauptstadt der Schweiz werden - und über die Sprachgrenzen hinweg ausstrahlen. Die grösste Herausforderung dabei ist finanzieller Natur.

Die Stadt möchte Koproduktionen, an denen Akteure aus den verschiedenen Sprachregionen zusammen arbeiten, anbieten. So möchte La Chaux-de-Fonds als erste Kulturhauptstadt der Schweiz von sich reden machen. «Wir wollen aussergewöhnliche Veranstaltungen anbieten, an die man sich erinnern wird», sagt Projektleiter Olivier Schinz gegenüber Keystone-SDA.

«Kultur vor unserer Haustür entdecken»

Schinz' Ziel ist es, ausgehend von regionalem Kulturschaffenden der Schweizer Kultur Impulse zu verleihen. «Wir wollen Koproduktionen fördern, um den Dialog zwischen den Landessprachen zu unterstützen», sagt Schinz.

Die Idee sei, «Facetten der Kultur vor unserer Haustür zu entdecken». Dabei vertritt Schinz einen integrativen Ansatz; Kultur solle allen sozialen Schichten zugänglich sein.

Das Kulturschaffen in La Chaux-de-Fonds sei reich, das will der Projektleiter der ganzen Schweiz zeigen. «Mit diesem Projekt soll nicht nur die Stadt in einem anderen Licht gesehen werden. Auch sie selbst soll verändert daraus hervorgehen», wünscht sich Schinz.

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Olivier Schinz, responsable du projet "La Chaux-de-Fonds, Capitale culturelle suisse 2025" pose sur les hauteurs de la ville des montagnes neuchateloises le mardi 21 decembre 2021 a La Chaux-de-Fonds. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott) - keystone

Dabei will er die Infrastruktur materiell wie organisatorisch überschaubar halten. Das Ziel sei, dass das Jahr als Kulturhauptstadt «langfristig angelegt ist und fortbesteht».

Für die Finanzierung erwartet er die Unterstützung von privaten oder halbprivaten Institutionen sowie Beiträge vom Bund. Das Mindestbudget veranschlagt er bei 10 Millionen Franken. Langfristig ist es für Schinz denkbar, dass im Rahmen des Bundesgesetzes über die Kulturförderung ein Finanzierungssockel für jede Kulturhauptstadt bereitgestellt wird. Ähnlich wie auch die Landesausstellungen unterstützt werden, wobei diese mit einer Milliarde Franken bezuschusst werden.

Künftig alle drei bis vier Jahre neue Kulturhauptstadt

Bis zum nächsten Frühjahr sollen die Themen und die Veranstaltungsorte für La Chaux-de-Fonds als Kulturhauptstadt 2025 stehen. Zudem will Schinz bis dann entscheiden, ob Veranstaltungen während des ganzen Jahres angeboten werden können, mit Höhepunkten alle zwei Monate oder ob sich die Stadt auf die zwei bis drei Sommermonate konzentrieren werde.

Bis Sommer 2022 wird klar sein, ob die finanziellen Mittel zusammenkommen, um das Projekt überhaupt weiterführen zu können. Erst dann werden im Herbst der Kanton Neuenburg und die Stadt La Chaux-de-Fonds über ihren Beitrag entscheiden.

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Die Ansicht von La Chaux-de-Fonds NE. - Keystone

Künftig soll alle vier bis fünf Jahre eine mittelgrosse Schweizer Stadt zur Kulturhauptstadt der Schweiz gekürt werden. Das zumindest ist das Ziel von Paléo-Chef Daniel Rossellat, der dafür 2013 eine Vereinigung gegründet hat. Diese unterstützt die Träger des Projekts in La Chaux-de-Fonds.

Olivier Schinz arbeitet in der Anfangsphase seit letztem Juli bis zum kommenden Sommer als Projektleiter. Der 46-jähriger Anthropologe ist zu 50 Prozent als stellvertretender Konservator am Musée d'ethnographie in Neuenburg angestellt.

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