Krankenkasse

    Krankenkasse: Darum zahlst du immer höhere Prämien

    Alexander König
    Alexander König

    Bern,

    Die Prämien der Krankenkassen steigen unaufhörlich. Bei der Zusatzversicherung einige der Gründe: Doppelt verrechnete Leistungen und dreiste Ärzte-Honorare.

    Gesundheitswesen
    Der Anstieg wäre damit schwächer als in den letzten vier Jahren. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Jahr für Jahr steigen in der Schweiz die Krankenkassen-Prämien.
    • Einer der Gründe: Doppelt verrechnete Rechnungen und überrissene Preise bei Spitälern.
    • Die Finanzmarktaufsicht (Finma) rügt Zusatzversicherer und handelt.

    Die Krankenkassenprämien steigen unaufhaltsam – und das nicht nur bei den Grundversicherungen. Nachdem die Prämien 2024 um 8,7 Prozent gestiegen waren, folgt 2025 eine weitere Erhöhung um 6 Prozent.

    Aber nicht nur die Prämien für die Grundversicherung steigen erbarmungslos. Auch Zusatzversicherte müssen immer mehr blechen.

    Ein Grund dafür: die Anbieter selbst. So lassen sie Ärzte überrissene Honorare verlangen und Leistungen doppelt verrechnen.

    Aber von Anfang an:

    Die Finanzmarktaufsicht (Finma) hat bereits 2020 festgestellt, dass es bei den Zusatzversicherungen erhebliche Missstände gibt. Laut SRF würden Rechnungen teilweise doppelt verrechnet, und manche seien ungerechtfertigt hoch.

    krankenkasse
    Laut Comparis-Prognose wird der Anstieg über 4 Prozent betragen. - keystone

    Zudem verlangen Ärzte teils überhöhte Honorare – oft ohne ersichtlichen Grund.

    Nach dem Einschreiten der Finma wurden die Versicherer verpflichtet, ihre Kosten transparenter abzurechnen und neue Modelle zu entwickeln.

    Dies zeigte erste Erfolge: Die Preise für stationäre Spitalübernachtungen in privaten und halbprivaten Abteilungen stagnieren seither. Einige Prämien für Spitalzusatzversicherungen sind sogar gesunken.

    Versicherungen lassen Spitalnacht das Vierfache kosten!

    Doch das Problem ist längst nicht gelöst. Die Finma stellt zwar fest, dass viele Versicherer mittlerweile transparenter arbeiten.

    Dennoch gebe es nach wie vor «erhebliche Mängel».

    Besonders kritisch: Verträge, die den neuen regulatorischen Vorgaben entsprechen, laufen oft noch über 2024 hinaus. Zudem werden bestimmte Leistungen weiterhin teilweise doppelt abgerechnet.

    Ein besonders drastischer Fall verdeutlicht das Ausmass: Ein Zusatzversicherer zahlte zunächst 191 Franken für eine Spitalübernachtung.

    Nach einer Einigung mit dem Spital erhöhte sich der Betrag jedoch auf satte 855 Franken.

    Die Finma reagiert nun entschlossen. Sollten sich die Zustände nicht verbessern, kündigt die Aufsicht «schärfere» und «weitreichende» Massnahmen an.

    Kommentare

    User #4697 (nicht angemeldet)

    Wie bei der "plötzlichen" Wohnungsnot steht der Elefant breit im Raum, man darf Ihn aber auf keinen Fall nennen. Die Ablenkungsmanöver werden immer dreister und unlogischer, sowas müssen doch nun auch die Dümmsten mal merken..

    User #1315 (nicht angemeldet)

    Der Artikel ist sehr unprofessionell. Vielleicht mal schauen was die Krankenkassen einheimsen. Wieso können die ihre CEO‘s so gut entlohnen ? Wieso können diese so teure Werbung machen, zb Fernsehen, auf Trams, Sportveranstaltungen. Bevor man Ärzte und Spitäler angreift, mal den Hauptverursacher, nämlich die Krankenkassen unter die Lupe nehmen….

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