Klimaschutz nach 2026: «Trockene Jahre zeigen, was uns erwartet»
2026 war es in der Schweiz trockener und heisser als je zuvor. Das könnte ein Vorgeschmack auf das sein, was noch kommt – und den Klimaschutz ankurbeln.

Das Wichtigste in Kürze
- So trocken und heiss wie 2026 war es in der Schweiz seit Beginn der Aufzeichnungen noch nie.
- Der WSL-Direktor hofft nun auf ein Umdenken betreffend Klimaschutz.
- Denn die Abfolge der trockenen Jahre zeige, wie die Zukunft aussehen könne.
Der Sommer 2026 war in der Schweiz ein Sommer der Superlative: Temperaturrekorde purzelten, Pegelstände erreichten einen neuen Tiefststand.
Die Lage wurde teils prekär. Ganze Flussläufe trockneten aus und hunderttausend Fische verendeten.
Auch die Landwirtschaft kämpft mit den Folgen von Hitze und Trockenheit. Es kam zu Notschlachtungen von Tieren, das Futter ist knapp.
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Unter der Hitze litt auch die Bevölkerung. Europaweit kam es im Juni 2026 in nur 10 Tagen zu 1300 zusätzlichen Todesfällen im Zusammenhang mit den hohen Temperaturen. In der Schweiz waren es in nur einer Hitzewoche rund 200 Personen.
Könnte dieses Extremwetter nun zu einem Umdenken und stärkerem Klimaschutz führen?
«Die Heftigkeit der Ereignisse hat mich überrascht»
Wenn es nach Rolf Holdegger, Direktor der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL), geht: Ja.
Er erklärt gegenüber dem «Corriere del Ticino» zum Rekordsommer 2026: «Ich war ein wenig überwältigt, obwohl ich wusste, was auf uns zukommen würde.»
Die wissenschaftlichen Daten hätten Anzeichen dafür geliefert, dass 2026 ein heisser und trockener Sommer werden würde. Doch: «Die Heftigkeit der Ereignisse hat mich überrascht.»
Es bleibe zu hoffen, dass der Sommer 2026 das Bewusstsein der Bevölkerung für den Klimawandel gestärkt habe, so Holdegger. «Ich glaube, dass die Öffentlichkeit reagiert, wenn sie konkrete Erfahrungen macht.»
«Trockene und heisse Jahre zeigen, was wir erwarten können»
Gleichzeitig reagiere die Politik dann, wenn «sichtbare Schäden oder Risiken» zutage treten würden. Deshalb hofft der WSL-Direktor nach dem Rekord-Sommer auf einen «Wendepunkt für einen stärkeren Klimaschutz».
Denn: «Mit Blick auf die Zukunft zeigt uns die Abfolge trockener und heisser Jahre, was wir angesichts der Klimaveränderungen erwarten können.»
Holdegger präzisiert: «Für uns Menschen werden sich die Gaben der Natur ändern.» Das betreffe beispielsweise die Trinkwasserversorgung, aber auch den Schutz vor Lawinen oder vor Bodenerosion.
Der WSL-Direktor fürchtet denn auch «direkte gesellschaftliche Folgen». So etwa Wassermangel für die Bewässerung der Landwirtschaft. Aber auch unzureichendes Futter für Vieh und hohe Treibstoffpreise.











