Stadt Basel

«KI ist eher ein Fluch» für Gerichte im Kanton Basel-Stadt

Die Basler Gerichte sind wohl nicht für KI zu begeistern. Ihre Berichte aus 2025 veranschaulichen eine steigende Be- statt Entlastung.

Die Gerichte des Kantons Basel-Stadt haben am Dienstag ihren Jahresbericht für das Jahr 2025 vorgestellt. (Archivbild)
Die Gerichte des Kantons Basel-Stadt haben am Dienstag ihren Jahresbericht für das Jahr 2025 vorgestellt. (Archivbild) - KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS

Das Wichtigste in Kürze

  • Basler Gerichte warnen: KI-Eingaben treiben den Arbeitsaufwand hoch.
  • Man müsse jede KI-Eingabe prüfen – auch bei kleinen Streitfällen.
  • Forschende sehen KI trotz Risiken als Chance für faire Urteile.

Am Dienstag haben Gerichte des Kantons Basel-Stadt ihre Berichte für das Jahr 2025 vorgestellt.

Das Sorgenkind: KI und Digitalisierung in der Justiz. Die Zahlen veranschaulichen eine steigende Belastung.

Nutzt du KI-Tools?

Die Gerichte würden künstliche Intelligenz nur eingeschränkt nutzen, etwa für juristische Recherchen. Währenddessen finde sie bei den Parteien zunehmend Anwendung, wie es hiess.

KI-Flut sorgt für mehr Arbeit am Gericht

«Zunächst waren es die grossen Anwaltskanzleien», sagte Patrick Müller, der vorsitzende Präsident des Zivilgerichts.

Bei Fällen mit niedrigen Streitbeträgen sei plötzlich viel mehr geschrieben worden, obwohl sich hier viel Arbeitsaufwand nicht lohne.

«Wir müssen uns trotzdem mit allen Argumenten auseinandersetzen», erklärte Müller. Das beschere dem Gericht mehr Arbeit.

«Sie verstehen nicht, was sie da eigentlich einreichen»

Für juristische Laien kann die KI zur Kostenfalle werden. «Sie verstehen oft gar nicht, was sie da eigentlich einreichen», sagte Müller. Prozessuale Handlungen hätten aber Konsequenzen und würden Kosten verursachen.

Die KI würde die Parteien in ihren Ansichten bestärken und gar direkt Klagen anbieten, auch wenn sie aussichtslos seien. Die Nutzer seien aber am Ende für ihre Eingaben verantwortlich.

Parteien seien zwar frei, in welcher Form sie Rechtseingaben machten, fügte Stephan Wullschleger, Präsident am Appellationsgericht und des Gerichtsrats, an.

Verbieten könne man KI-Eingaben auch nicht. Sich als Laie auf die KI zu verlassen sei aber gefährlich.

KI könnte unparteiischer urteilen als Menschen

Cordula Lötscher ist Professorin für Privatrecht an der Universität Basel. Sie beteiligt sich an der wissenschaftlichen Forschung zu KI in der Justiz. Für Lötscher ist klar: KI habe durchaus ihren Platz am Gericht.

Gegenüber SRF sagt Lötscher: «Die KI hat potentiell perfekte Aktenkenntnis, perfekte Rechtskenntnisse. Und sie lässt sich im Idealfall nicht leiten von sachfremden Kriterien.» Also Einflüsse, die nichts mit dem Fall zu tun haben, so zum Beispiel Sympathie.

Ein weiterer Punkt spricht laut Lötscher für den Einsatz von KI in der Justiz. «Zudem könnte KI allenfalls komplett unabhängig sein», so die Forscherin.

KI in der Justiz – eine gute Idee?

Die Verurteilungen, etwa zu Freiheitsstrafen, haben spürbar zugenommen, wie die Basler Gerichte in ihrem Bericht schreiben. Und zwar von 235 auf 206 Fälle innert einem Jahr.

Auch das Strafgericht muss zunehmend dran glauben: Es gingen im Jahr 2025 insgesamt 327 Fälle ein. Was 33 mehr sind als noch im Vorjahr, wie dem Bericht zu entnehmen ist.

Kommentare

User #2962 (nicht angemeldet)

Moin. KI könnte ein Nebenprodukt sein von Daniel Düsentrieb, Disney lässt grüssen..! Panzerknaker werden die KI stehlen, und weg ist das......

User #3811 (nicht angemeldet)

Es gibt gar keine echte KI. Es ist ein Programm mit sehr vielen Fehlern. Sollen wird vertrauen haben. Definitiv NEIN! Hehehe. LOL.

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