Kanton Basel-Stadt führt einheitliche Handyregeln an Schulen ein
Ab den Herbstferien führt Basel-Stadt einheitliche Handy-Regeln für Schulen ein. Die Geräte dürfen auf dem ganzen Schulareal weder sicht- noch hörbar sein.

Das Wichtigste in Kürze
- Schülerinnen und Schüler in Basel müssen künftig an der Schule ihre Handys abstellen und nicht sichtbar aufbewahren.
- Damit will das Basler Erziehungsdepartement Klarheit für Lehrpersonen, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern schaffen.
- Wie Verstösse gegen die neuen Regeln bestraft werden sollen, wird den einzelnen Schulstandorten überlassen.
Laut einer Studie besitzt bereits jedes fünfte Kind schon beim Schuleintritt ein Smartphone. Bis zum Ende der Primarschule steigt dieser Anteil auf rund 80 Prozent an, in der Oberstufe sogar auf 99 Prozent.
Auch deshalb setzen immer mehr Gemeinden und Kantone auf Handy-Verbote. So führte etwa die Berner Gemeinde Köniz schon im Februar 2025 ein solches Verbot ein.
Nun zieht auch der Kanton Basel-Stadt nach, wie «Telebasel» berichtet. Dort müssen Schülerinnen und Schüler künftig ihre Handys auf dem gesamten Schulareal abgeschaltet haben und nicht sichtbar aufbewahren.
Verbot gilt für alle privaten elektronischen Geräte
Und allgemein gilt neu: Private elektronische Geräte dürfen auf dem ganzen Schulareal und während des Unterrichts weder sicht- noch hörbar sein. Nur wenn Lehrpersonen die Geräte in ihren Unterricht einbeziehen möchten, sei eine Ausnahme erlaubt.
Wie Verstösse gegen die neuen Regeln bestraft werden sollen, wird den einzelnen Schulstandorten überlassen. Die Regeln gelten dem Basler Erziehungsdepartement zufolge ab den Herbstferien. Von diesen Massnahmen erhofft sich das Departement Klarheit für Lehrpersonen, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern.
Bisher haben die Schulen selbst entschieden, was für Handy-Regeln gelten. «Klare Regeln helfen für einen ungestörten Unterricht und fördern einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien.» Das erklärt Valérie Rhein, Mediensprecherin des Erziehungsdepartements gegenüber SRF.
«Das führt zu Verlässlichkeit»
GLP-Grossrätin Sandra Bothe hält das Handy-Verbot schon lange für überfällig. Zusammen mit anderen hatte sie im Dezember eine Petition mit der Forderung nach einheitlichen Regeln eingereicht.
«Jetzt gibt es klare Rahmenbedingungen, die für alle gleich sind. Und das führt zu mehr Fairness, das führt zu Verlässlichkeit. Das war eigentlich das Ziel unserer Petition», erklärt sie gegenüber «Telebasel».
Auch die Freiwillige Schulsynode Basel als Vertretung der Basler Lehrpersonen begrüsst die neuen einheitlichen Regeln. Dies «im Sinne von Mindeststandards», schreibt deren Präsident Michel Héritier gegenüber SRF.
Schulsynode wünscht sich juristisch abgesicherte Vorgaben für Sanktionen
Ein Problem sieht Héritier aber bei den Massnahmen gegen Verstösse. Laut dem Erziehungsdepartement sollten die Schulen jeweils «eine verbindliche Massnahmenkaskade» erlassen und diese «konsequent» umsetzen.
Doch Héritier zufolge wären klare, juristisch abgesicherte Vorgaben nötig für Sanktionen. So etwa für einen temporären Handy-Entzug.
Der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) findet laut eigenem «Faktenblatt» eine temporäre Handy-Beschlagnahmung zwar zulässig. Dies aber nur, wenn dies eine Schulordnung oder Kantonsregeln es so vorsehen.
Ziel sei laut LCH aber viel mehr, den Schülerinnen und Schülern «einen verantwortungsvollen und reflektierten Umgang mit Smartphones zu vermitteln».













