Keine Gen-Z-Bewerber? Nau.ch-Leser zeigen Verständnis
«Keine Generation Z!»: Ein Jobinserat sorgt für Wirbel und alarmiert Gen-Z-Sprachrohr Yaël Meier. In der Nau.ch-Community gibt es hingegen viel Verständnis.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein Inserat sucht eine «Teamleitung Pflege» – doch die Gen Z ist unerwünscht.
- Yaël Meier kritisiert das Jobinserat, das die Generation Z ausschliesst.
- Bei Nau.ch kommen die Leserinnen und Leser zu Wort.
Eine Zürcher Spitex-Firma sucht eine «Teamleitung Pflege mit Herz und Verstand (100 %)». Doch bewerben soll sich dafür «Keine Generation Z!».
Man wolle keine «Montag/Freitag-Krankenschein-Mentalität».

Zur Gen-Z zählen alle jungen Erwachsenen mit den Jahrgängen zwischen 1995 und 2010.
Gen-Z-Fürsprecherin Yaël Meier kritisierte das Inserat scharf. «Ich finde es krass, ich finde es schlecht», sagte die 25-jährige Unternehmerin und Influencerin.

Anders sieht das die Nau.ch-Community. 87 Prozent finden es in Ordnung, wenn ein Arbeitgeber keine Gen-Z-Bewerber will.
«Irgendwann hat man die Nase voll»
In den Kommentaren schreiben User unter anderem, die Gen-Z sei «maximal eingebildet», «total überheblich» und «faul».
Ein User schreibt mit Verständnis für das Inserat: «Tja, die Gen Z, hat sich das selber eingebrockt, dass kaum jemand sie einstellen will. Gerade in diesem Job muss man sehr zuverlässig und auch belastbar sein. Auch bis man Feierabend hat, kann es manchmal länger dauern.»
Auch aus der Pflegebranche melden sich Stimmen. «Wir haben regelmässig immer wieder Probleme wegen der genannten Gründe im Bericht. Deshalb kann ich das sehr gut nachvollziehen, dass man irgendwann die Nase voll hat mit solchen Intermezzos. So leid mir das auch tut, wie das rüberkommt.»

Ein anderer findet: «Super, dann werden nicht unnötig Bewerbungen geschrieben, die eh schon vom Profil nicht passen. Man stellt auch keinen Maurer als Koch ein, nur weil er Spaghetti kochen kann.»
Generation Z wird auch verteidigt
Doch es gibt auch Gegenstimmen. «Und dann noch dieses dumme Ausrufezeichen in der Stellenanzeige ... Sie sollten mindestens so viel Frustrations-Toleranz haben, wie Sie von ihren Mitarbeitenden erwarten.»
Ein weiterer User betont: «Es gibt in jeder Generation Menschen, die arbeitswillig sind. Und es gibt in jeder Generation Menschen, die sind zu faul für jegliche Arbeit.»
Und ein dritter schreibt: «Schade, das so zu pauschalisieren. Hatte einige Auszubildende der Gen-Z. Es waren alle anständig, lernwillig und sehr gut in der Schule.»
Auch Ältere werden diskriminiert
Viele User weisen auch darauf hin, dass keinesfalls nur die Generation Z im Arbeitsmarkt diskriminiert wird. «Als sogenannter 50+ (Gen-X) lese ich zuhauf Stelleninserate: ‹Junges Team›, ‹Du bist nicht älter als ...› etc.»
Tatsächlich bestätigt eine aktuelle Studie von Rundstedt, einem grossen Schweizer Personalvermittler: 77 Prozent der HR-Manager beobachten eine Altersdiskriminierung bei Mitarbeitenden über 55 Jahren.



















