Justizrat prüft Vorgehen von Generalstaatsanwalt im Fall Zali
Der Tessiner Justizrat überprüft das Vorgehen des Generalstaatsanwalts im Zusammenhang mit einem Hinweis auf eine mutmassliche Straftat des zurückgetretenen Regierungsrates Claudio Zali. Gegen den Lega-Politiker laufen zwei Strafuntersuchungen.

Die Meldung an den Tessiner Generalstaatsanwalt sei 2021 durch die im August in Melide ertrunkene Frau erfolgt, berichtete die Tessiner Tageszeitung «La Regione». Die 52-Jährige habe damals den Generalstaatsanwalt Andrea Pagani wegen einer mutmasslichen Straftat gegen die sexuelle Integrität zweier Frauen kontaktiert.
Weshalb nicht bereits 2021 eine Strafuntersuchung eröffnet wurde, ist offen. Das Vorgehen von Pagani wird nun vom Tessiner Justizrat untersucht, wie dieser auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bestätigte. Der Justizrat habe die entsprechenden Unterlagen von der Aufsichtssubkommission des Tessiner Grossen Rates erhalten.
Die im Luganersee ertrunkene Frau hatte im Juli die Audioaufnahmen veröffentlicht, die zum Rücktritt des Regierungsrats führten. Im Zusammenhang mit dem Tod der 52-Jährigen geht die Tessiner Kantonspolizei nicht von einer Fremdeinwirkung aus.
Vorfälle liegen länger zurück
Anfang September wurde publik, dass die Tessiner Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren wegen mutmasslicher Verletzung der sexuellen Integrität gegen den zurückgetretenen Regierungsrat Claudio Zali eingeleitet hat. Die Untersuchung wurde aufgrund von Vorfällen eingeleitet, die sich vor mehreren Jahren zugetragen haben sollen.
Gegen Zali läuft überdies ein Strafverfahren der Tessiner Staatsanwaltschaft, weil er sich für einen Minderjährigen, den Sohn einer Freundin, eingesetzt haben soll, der in einen Fall von Gewalt und Freiheitsberaubung gegen einen anderen Jugendlichen verwickelt gewesen sein soll.
Die Tessiner Regierung entzog Zali nach Bekanntwerden der zweiten Strafuntersuchung Anfang September die Leitung des Departements für Raumplanung. Zali selber entschied sich gegen einen sofortigen Rücktritt. Er wird sein Amt per Ende September niederlegen.










