Jury wählt Projekt für Schweizer Memorial in Bern

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Bern,

    Eine Jury hat am Dienstag das Siegerprojekt für das erste offizielle Schweizer Memorial für die Opfer des Nationalsozialismus vorgestellt. Das Projekt «unfolded minute» soll bis Ende 2027 auf der Casinoterrasse in Bern realisiert werden.

    ASA+SAGA
    Das Konzept des Erinnerungsortes «unfolded minute» wurde von der Jury aus elf Vorschlägen ausgewählt. (Visualisierung) - Memorial Bern

    Das gewählte Projekt kombiniert eine räumliche Intervention mit Klang und Vermittlungselementen. Im Zentrum steht eine Klangwand an der Stützmauer der Casinoterrasse. Diese gibt dreimal pro Stunde eine einminütige Klangfolge wieder. Die kurzen Kompositionen sind einzelnen Opfern gewidmet und sollen als akustische Gedenkminuten dienen.

    Zusätzlich umfasst die Anlage einen rundförmigen Pavillon mit einem LED-Schriftband sowie zwei Bildschirmstationen. Diese sollen historische Zusammenhänge und Einzelschicksale vermitteln.

    Der Bundesrat hatte 2023 einen Betrag von 2,5 Millionen Franken für die Einrichtung eines öffentlich zugänglichen Gedenkortes gesprochen. Das Memorial richtet sich an die gesamte Öffentlichkeit, Angehörige der Opfergruppen sowie Helferinnen und Helfer.

    Das Projekt sei aus einer privaten Initiative entstanden und habe im Parlament ungeteilte Zustimmung erhalten, sagte Aussenminister Ignazio Cassis am Dienstag vor den Medien. «Die Vergangenheit hilft uns, die Zeichen zu erkennen, die uns heute alarmieren müssen. Und diese Zeichen sind da: Die letzten Überlebenden verschwinden, während Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung zunehmen.»

    Cassis hob hervor, dass die Schweiz zwar über 60 private Erinnerungsorte besitze, bisher jedoch kein nationales Denkmal für alle Opfer der Shoah und der Nazi-Verfolgung existiere.

    Die Casinoterrasse solle auch in Zukunft ein öffentlicher, lebendiger Ort sein, sagte die Berner Stadtpräsidentin Marieke Kruit vor den Medien. Der Gedenkort schaffe Raum für Erinnerung, Begegnung und Reflexion. Nach der Fertigstellung des Gedenkortes wird ein Trägerverein den Betrieb übernehmen.

    Kommentare

    User #2408 (nicht angemeldet)

    Diese vier Steine sind definitiv zu tief gesetzt!

    User #3896 (nicht angemeldet)

    Find ich gut, nur gibt es irgendwo auch ein Denkmal für die Schweizer Opfer des Kommunismus?

    Weiterlesen

    Schülerproteste
    47 Interaktionen
    Wie Paris
    Martin Jucker.
    123 Interaktionen
    Einbrüche

    MEHR AUS STADT BERN

    Alain Graf
    21 und schon im Captainteam
    7 Interaktionen
    Kanton Bern
    Esperia gewinnt raues Spiel
    2:0-Erfolg
    5 Interaktionen
    Weitere Hürde genommen