Jungfrauregion: Menschenmassen mit Push-Nachrichten steuern
Das Berner Oberland kämpft zunehmend mit dem Massentourismus. Die Jungfrauregion plant nun hinsichtlich der Besucherlenkung eine Neuheit.

Die Jungfrauregion im Berner Oberland zieht das ganze Jahr über eine Vielzahl von Besucherinnen und Besucher an. Im letzten Jahr waren beispielsweise über eine Million Gäste auf dem Jungfraujoch.
Um die Menschenmassen besser zu lenken, haben sich die Gemeinden Grindelwald und Lauterbrunnen zusammengeschlossen und arbeiten an einem innovativen Leitsystem.
Dieses soll auf der Sammlung verschiedener Daten wie Parkplatzverfügbarkeit, Wartezeiten bei Bergbahnen oder Verhaltensanweisungen basieren. Die Informationen würden nicht etwa via App an die Gäste gebracht werden, sondern mit Push-Nachrichten.
Beat Bucher, Gemeindepräsident von Grindelwald, sagt bei SRF: «Wir müssen den Leuten die Informationen direkt und ungefragt aufs Handy schicken.» Er glaubt daran, dass dies der beste Weg ist, um möglichst viele Menschen zu erreichen.
Bisher werden Gäste-Informationen am Strassenrand bereitgestellt.

Push-Nachrichten zur Besucherlenkung wären in der Schweiz ein Novum. Technisch wäre dies durchaus machbar. Doch es gibt rechtliche Hürden.
Matthias Hürlimann, Vizedirektor Bundesamt für Kommunikation, erklärt bei SRF: «Solche Formen der direkten Information sind eigentlich nur für Katastrophensituationen denkbar, nicht aber für die Regelung eines Alltagsproblems in einer Tourismusregion.»
Hürlimann betont, dass beim geplanten Projekt eine Zustimmung der Nutzerinnen und Nutzer erforderlich sei.
Grindelwald optimistisch
Trotz dieser rechtlichen Bedenken bleibt Grindelwald hinsichtlich Datenschutz optimistisch.
«Wir gehen ja nicht davon aus, dass wir die Daten einzelner Leute aufnehmen», so Gemeindepräsi Bucher.












