Jugendorganisation will 1. Klasse im Zug abschaffen
Die Jugendorganisation «jungVCS» fordert «Erstklassiger ÖV für alle» und damit die Abschaffung der 1. Klasse in Zügen. Für die SBB ist das jedoch kein Thema.

Das Wichtigste in Kürze
- Der junge Verkehrs-Club der Schweiz fordert die Abschaffung der 1. Klasse in Zügen.
- Das aktuelle System schaffe eine «Zweiklassengesellschaft».
- Für die SBB kommt eine Abschaffung jedoch offenbar nicht infrage.
Wer im Pendlerverkehr einen Sitzplatz im öffentlichen Verkehr (ÖV) ergattern will, muss schnell sein. Nicht selten ist die zweite Klasse überfüllt. Mehr Platz hat es aber meistens in der ersten Klassen.
Der junge Verkehrs-Club der Schweiz «jungVCS» will das künftig ändern. In einer Petition an Bundesrat Albert Rösti und die Bundesversammlung fordert die Jugendaktivistenbewegung die Abschaffung der Klassen im ÖV.
Wer den ÖV zu Stosszeiten nutzt, erlebt laut den Initianten regelmässig dieselbe Absurdität: In der zweiten Klasse drängen sich die Fahrgäste «wie in einer Sardinenbüchse», während in der ersten Klasse angeblich «gähnende Leere» herrsche.
«Wieso akzeptieren?»
«Wieso akzeptieren wir das einfach so?», fragen die Antragsteller.
Der «jungVCS» führt drei zentrale Argumente an: Die Kapazitäten sollen besser genutzt und der Klimaschutz gefördert werden.
Ausserdem soll der Zugang zu einem guten sowie bezahlbaren ÖV für alle gewährleistet sein.
Der öffentliche Verkehr sei ein Service Public und dürfe nicht nur jenen vorbehalten sein, die sich diesen «Luxus» leisten könnten.
Die heutige Praxis schaffe eine «Zweiklassengesellschaft». Das widerspreche dem Grundgedanken von Solidarität sowie einer effizienten Nutzung öffentlicher Mittel.
SBB: 1. Klasse muss weiterhin bestehen
Die SBB hält gegenüber «Blue News» dagegen: Das Angebot sei gezielt auf die unterschiedlichen Kundenbedürfnisse ausgerichtet.
Die Aufteilung zwischen erster und zweiter Klasse erfolge entsprechend anhand von Nachfrage und Auslastung.
Die SBB betont: «Die erste Klasse muss weiterhin angeboten werden, weil sie den Bedürfnissen unserer Kunden entspricht.»













