Nichts mit «Bella Italia»: «Birra Moretti» gärt in der Schweiz. Was für einige ein «Etikettenschwindel» ist, hat für andere bloss einen nachhaltigen Gedanken.
Birra Moretti
Nichts mit «Bella Italia»! «Birra Moretti» gärt in der Schweiz. Foto: Christian Charisius/dpa - dpa-infocom GmbH
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Das Wichtigste in Kürze

  • Das italienische Bier «Birra Moretti» gärt in den Schweizer Alpen.
  • Für die einen sei dies ein «Etikettenschwindel», für andere ein ökologischer Gedanke.
  • Der Produktionsort sorgt für rege Diskussionen.

Das italienische Bier «Birra Moretti» hat sich auch in der Schweiz einen Namen gemacht. Doch anders als die Kampagne «Geschmack Italiens» ahnen lässt, entstammt das Getränk direkt vor unserer Haustüre.

Haltet es sich beim «Birra Moretti» um einen «Etikettenschwindel»?

«Sonntagszeitung» berichtet darüber, dass das Bier von der Firma Heineken mit Hauptsitz in Luzern in Chur GR gebraut wird. «Die Konsumenten denken, sie kaufen etwas Ur-Italienisches, und fühlen sich beim Trinken wie in den Ferien. Dabei werden sie an der Nase herumgeführt», so die Worte von Alois Gmür, Mitte-Nationalrat. Gmür geht mit seiner Aussage gar einen Schritt weiter und nimmt das Wort «Etikettenschwindel» in den Mund.

Birra Moretti
Nationalrat Alois Gmür ist Bierbrauer. Er steht dem Produktionsort von «Birra Moretti» kritisch gegenüber. - zVg

Bart De Keninck, Schweiz-Chef von Heineken, sieht das anders. Er argumentiert, dass der Produktionsort verständlich deklariert sei. Er hält fest: «Mit Bier ist es wie mit Pizza. Wer in der Schweiz gute Pizza will, hat auch kein Problem damit, wenn sie vor Ort gebacken wird.»

Lokale Herstellung besser fürs Klima

Weiter legitimiert De Keninck den Produktionsort mit einem ökologischen Gedanken. Für die Umwelt sei es schliesslich deutlich besser, lokal zu produzieren, anstatt das Bier aus dem Süden importieren zu lassen.

«Birra Moretti» ist nicht das einzige Bier, das von Heineken in Chur gebraut wird. Auch das portugiesische Sagres und das Desperados gären in Schweizer Fässern.

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