Interkantonales Recycling als Ausweg aus der Baustoff-Knappheit

    Keystone-SDA
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    Stadt St. Gallen,

    In manchen Kantonen wird der Platz in Baustoff-Deponien langsam knapp und es wird mehr Kies verbraucht als nötig.

    Deponie Tüfentobel. - Stadt St. Gallen

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Platz auf Deponien für Baustoff in der Schweiz wird langsam knapp.
    • Für Recycling von Baumaterialien fehlt meist der Anreiz.
    • Ein Experten-Team hat nun eine Modell entwickelt, dass das Problem lösen sollte.

    Haus abreissen, alte Baustoffe entsorgen, neue Materialien auf die Baustelle karren: Das ist das normale Vorgehen, wenn in der urbanen Schweiz ein Haus gebaut wird.

    «Für Recycling fehlen die Anreize. Von einer stabilen Kreislaufwirtschaft ist diese Branche noch weit entfernt.» Dies moniert Daniel Kliem, Wirtschaftsingenieur an der Ostschweizer Fachhochschule OST, in seiner Dissertation.

    Deponien an ihren Kapazitätsgrenzen

    Aktuell werde viel mehr Kies verbraucht als nötig. Ausserdem stossen Deponien an ihre Kapazitätsgrenzen, obwohl sie noch viele Jahre reichen sollten. Die Kantone Thurgau, Baselland und Aargau beispielsweise sind laut Kliem diesbezüglich am Anschlag und erwägen etwa Deponiegebühren. Anderswo wird Aushub bei Platzmangel in entfernte Kantone gekarrt und Kies während Versorgungsengpässen von weit her geholt.

    Experten aus der Wissenschaft, Behörden und Industrie haben sich vier Jahre lang kurzgeschlossen. Sie haben «ein Modell entwickelt, das die Systemdynamik erklärt», so Kliem in einer Mitteilung vom Freitag. Einen «partizipativen Modellierungsprozess für die Kreislaufwirtschaft» nennen sie das.

    Mehrtransporte vorbeugen

    «Die Verantwortung für die Raumplanung liegt bei den Kantonen, die Besteuerung von Ressourcen müsste aber national geregelt werden. Dies, um Mehrtransporten als zusätzliches Problem vorzubeugen.» Der Austausch zwischen Regionen mit nicht-nachhaltigem Ressourcenbedarf und ihren Nachbarregionen, die noch über ausreichend Ressourcen verfügen, müsse koordiniert werden. So würden weiträumige Transporte minimiert.

    Lenkungsabgaben reichen nicht

    Lenkungsabgaben für Kiesabbau und Schuttdeponierung funktioniere zwar, um einen finanziellen Anreiz für Recycling zu liefern. Aber das genüge nicht: «Unsere Modelle schaffen eine Entscheidungsgrundlage (...) Wenn die Einzugsgebiete miteinbezogen werden, dient die Kooperation zwischen Kantonen als Schlüssel um Mehrtransporten vorzubeugen.»

    Am Projekt beteiligt sind die OST-Institute für Umwelttechnik, für Bau und Umwelt sowie für Modellbildung und Simulation. Weitere Partner sind die Universität St.Gallen, das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft AWEL in Zürich. Zudem die Energie und Ressourcenmanagement GmbH sowie die University of Bergen.

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