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In Hitzewelle: SBB kämpft mit Klimageräten für Lokführer

Bettina Zanni
Bettina Zanni

Bern,

Die SBB will die Führerstände von Rangierloks mit neuen Klimageräten ausrüsten. Nun hat sie die Ausschreibung für die Beschaffung abgebrochen.

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Auch im Führerstand können die Temperaturen in die Höhe schiessen – die Ee922-Rangierlokomotive braucht neue Klimageräte. - © SBB CFF FFS

Das Wichtigste in Kürze

  • 27 neue Klimageräte sind für die Führerstände von Rangierloks vorgesehen.
  • Bis jetzt hat die SBB noch keine passenden Angebote erhalten.
  • Die Hitze trifft das Lokpersonal aber nicht immer gleich.

Bereits im Juni rollt eine aussergewöhnliche Hitzewelle über die Schweiz. Am Samstag erreichte sie mit 39 Grad in Basel-Binningen ihren Höhepunkt. Abkühlung ist gefragt. Ventilatoren sind deshalb vielerorts ausverkauft.

Ausgerechnet jetzt kämpft die SBB mit der Beschaffung neuer Klimageräte. Mitte Juni hat sie eine Ausschreibung für Klimageräte für den Führerstand abgebrochen. Dies zeigt die Plattform für öffentliche Beschaffungen Intelliprocure.

Grund dafür ist, dass kein Angebot die technischen Spezifikationen oder die Anforderungen erfüllt. Aus Gründen der Vertraulichkeit gibt die SBB keine Details zu den Gründen für den Abbruch bekannt.

Geräte seien weiterhin funktionstüchtig

Die Klimageräte wollte die SBB für die Führerstände einer Rangierlokomotive beschaffen. Es handelt sich um 27 Klimageräte der Ee922-Rangierlokomotive, wie SBB-Mediensprecherin Carmen Hefti auf Anfrage bestätigt.

«Der Austausch der alten Geräte dient insbesondere dazu, die Sicherheit, Gesundheit und den Komfort der Lokführerinnen und Lokführer zu sichern.» Dafür werde eine moderne Klimatisierung eingesetzt. «Gleichzeitig erhöht dies die Zuverlässigkeit der Rangierloks und trägt zu Energieeffizienz und Nachhaltigkeit bei.»

Sind die Züge bei Hitze genügend klimatisiert?

Die Lokführer der Rangierlokomotiven müssen derzeit aber nicht schwitzen. «Die aktuellen Klimageräte in den Führerständen sind weiterhin funktionstüchtig und im Einsatz», sagt Hefti. Gleichzeitig liefen Abklärungen zu Ersatzlösungen.

Es handle sich bei den ausgeschriebenen Geräten um technische Komponenten. Deshalb habe die SBB klare technische Spezifikationen ausgeschrieben. Dazu zählen Prüf- und Messprotokolle oder Nachweise zur Einhaltung relevanter Normen.

«Schützt Gesundheit und Leistungsfähigkeit»

Die Lokführerinnen und -führer von Rangierlokomotiven bewegen Züge innerhalb von Bahnhöfen und Anlagen und stellen sie richtig zusammen. Sie fahren maximal 40 km/h.

Ungefährlich ist die Arbeit trotzdem nicht. Anfang Juni erfasste ein Rangierlok zwischen Urdorf ZH und Birmensdorf ZH einen Streckenmitarbeiter tödlich.

Der SBB seien gute Arbeitsbedingungen im Führerstand wichtig, sagt die Mediensprecherin. Hitze im Führerstand sei ein sicherheitsrelevantes Thema. «Angemessene Klimatisierung schützt Gesundheit und Leistungsfähigkeit unserer Lokführerinnen und Lokführer und trägt zur Betriebssicherheit bei.»

«Temperaturen von 50 bis 60 Grad»

Im Personenverkehr sind rund 99 Prozent der Züge klimatisiert. Werden keine Klimageräte eingesetzt, droht auch der Führerstand zum Backofen zu werden.

«In der Vergangenheit wurden im Führerstand Temperaturen von 50 bis 60 Grad gemessen.» Dies sagt Raoul Fassbind, Präsident des Verbands Schweizer Lokomotivführer und Anwärter (VSLF). Besonders sei dies der Fall, wenn die Fahrzeuge tagsüber an der Sonne abgestellt gewesen seien.

In der Regel könnten sie die Temperatur auf 22 bis 25 herunterkühlen. Stromspar- und Softwarelösungen bereiteten dem Lokpersonal etwas Kopfschmerzen. «Also, wenn Fahrzeuge tagsüber an der Sonne abgestellt sind und die Klimaanlage deaktiviert ist.»

Lokpersonal könnte Zug stehen lassen

Die Hitze trifft das Lokpersonal nicht immer gleich.

Moderne Fahrzeuge benötigten weniger Zeit für die Zugskontrolle und somit reduziere sich die Zeit im Gleisbereich, sagt der VSLF-Präsident. Im Güterverkehr müssten allerdings die Züge noch von Hand geprüft werden. «Das dauert auch mal bis zu einer Stunde an der prallen Sonne.» Immerhin werfe der Zug meistens einen Schatten.

«Während der Fahrt treten kaum Beschwerden auf wegen der Hitze; solange die Klimaanlage funktioniert», sagt Fassbind. Es liege grundsätzlich zwar in der Kompetenz des Lokpersonals, bei diesen Bedingungen einen Zug stehen zu lassen.

In der Praxis werde dies aber sehr selten praktiziert. «Von Seite Arbeitgebender wird in erster Linie sensibilisiert und manchmal werden Wasserflaschen zur Verfügung gestellt.»

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Kommentare

User #1174 (nicht angemeldet)

Ich erwische aber ziemlich oft einen solchen Zug, wenns nur 1% sein soll :D

User #3356 (nicht angemeldet)

Ich finde es gut, wenn man den Büezern die Arbeit erleichtert und angenehmer macht. So steigt auch die Produktivität. Hehehe. LOL.

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