Chat

Im Chat zu schwerer Gewalt angestiftet: Fälle auch in der Schweiz

Keystone-SDA
Keystone-SDA

Bern,

In Deutschland wird gegen einen jungen Mann ermittelt, der unter anderem Kinder in mehreren Ländern zu schweren Straf- und Gewalttaten aufgefordert haben soll. Die Behörden rechnen den Fall der sogenannten COM-Szene zu, einem internationalen, extrem gewaltbereiten Online-Netzwerk. Auch in der Schweiz werden Straftaten dem Phänomen zugeordnet.

Gewalt
Jugendliche werden online teilweise zu Gewalt angestiftet. (Symbolbild) - keystone

Deutschlands oberste Anklagebehörde, die Bundesanwaltschaft, ermittelt gegen den 19-jährigen Mann aus dem Raum Trier, der als Heranwachsender Mitglied in einer terroristischen und einer kriminellen Vereinigung gewesen sein soll. Als mutmasslicher Rädelsführer habe er Menschen zu Straftaten bewegt.

Die Liste der Vorwürfe ist lang, wie am Donnerstag bekannt wurde: Der Beschuldigte soll spätestens 2024 eine Vereinigung gegründet haben, die von einer rechtsextremen Ideologie geprägt sei. Es sollten schwerwiegende Straftaten wie Mord und Totschlag begangen oder dazu aufgerufen werden.

Ausserdem geht es den Angaben nach unter anderem um Anstiftung zu Mord und mehrfacher Brandstiftung, um Vergewaltigung und sexuellen Missbrauch eines Kindes sowie die öffentliche Aufforderung zu Straftaten. Die Behörde nannte Beispiele aus Russland, den USA und der Schweiz. Über ein Chatforum soll der Mann etwa in Russland einen Minderjährigen dazu gebracht haben, an einer Schule ein Kind mit einem Messer zu töten.

Ermittlungen zu solchen Fällen liegen in der Schweiz zwar in kantonaler Strafverfolgungskompetenz, wie das Bundesamt für Polizei (Fedpol) am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte. Dieses Phänomen des «nihilistischen Gewaltextremismus» sei Fedpol aber bekannt.

Dabei handle es sich «um ideologische Mischformen, die auf einem misanthropischen Weltbild basieren und deren Anhänger darauf abzielen, die bestehenden sozialen und politischen Strukturen und damit letztlich die Gesellschaft zu zerstören». Diese Ziele erreichten sie durch kriminelle Handlungen, die oft auf junge vulnerable Menschen ausgerichtet sind, um sie online zu manipulieren und für Gewalttaten zu instrumentalisieren.

Das Fedpol bestätigte zudem, dass «es in der Schweiz Fälle gibt, die unter das Phänomen fallen. Erkenntnisse aus dem polizeilichen Informationsaustausch auf nationaler und internationaler Ebene zeigen eine ernstzunehmende Entwicklung». Man stehe deshalb in engem Kontakt mit ausländischen Partnerbehörden sowie mit den kantonalen Partnerbehörden, um sich einen Überblick über mögliche Fälle in der Schweiz zu verschaffen.

Gleichzeitig sei «von einem grossen Dunkelfeld auszugehen», hiess es weiter. Das sei auf unterschiedliche Faktoren zurückzuführen. So etwa den internationalen und digitalisierten Charakter des Phänomens, die ständige Weiterentwicklung und die Vielfalt der kriminellen Aktivitäten, die es betrifft.

Kommentare

Weiterlesen

uetikon
39 Interaktionen
«Viel Blut»
de
25 Interaktionen
«Überraschen»

MEHR CHAT

Andy Burnham
2 Interaktionen
Für Chat
Jugendliche kriminell
111 Interaktionen
Chat-Masche
Tram
31 Interaktionen
Ekel-Chat

MEHR AUS STADT BERN

Cédric Zesiger YB
9 Interaktionen
Oberschenkel-Blessur
Ali-Oesch Lüthi BiCT
382 Interaktionen
Bern