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    Im Chat zu Mord angestiftet – Ermittlungen in Deutschland

    Keystone-SDA
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    Deutschland,

    Er soll über Chats einen minderjährigen Jungen in Russland dazu gebracht haben, an einer Schule ein Kind mit einem Messer zu töten. Und Jugendliche in den USA und in Schweden dazu, Fahrzeuge in Brand zu setzen.

    ARCHIV - «Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof» steht auf einem Schild am Eingang zum Gebäude der deutschen Bundesanwaltschaft. Foto: Christoph Schmidt/dpa
    ARCHIV - «Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof» steht auf einem Schild am Eingang zum Gebäude der deutschen Bundesanwaltschaft. Foto: Christoph Schmidt/dpa - Keystone/dpa/Christoph Schmidt

    Und das ist längst nicht alles: Deutschlands oberste Anklagebehörde, die Bundesanwaltschaft, ermittelt nun gegen einen jungen Mann, der als Jugendlicher und Heranwachsender Mitglied in einer terroristischen und einer kriminellen Vereinigung gewesen sein soll. Jeweils als mutmasslicher Rädelsführer habe er Menschen zu Straftaten bewegt.

    Der Mann wurde am 17. März festgenommen und ist in Untersuchungshaft, wie die Bundesanwaltschaft mitteilte. Sie hat das Verfahren von der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz übernommen. Der Mann soll deswegen auch einem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden. Zuerst hatte der Südwestrundfunk (SWR) darüber berichtet. Demnach handelt es sich bei dem Beschuldigten um einen 19-Jährigen aus dem Raum Trier im Südwesten Deutschlands, nahe der Grenze zu Luxemburg.

    Rechtsextreme Ideologie und sexuelle Handlungen mit Messer

    Die Liste der Vorwürfe ist lang: Der Beschuldigte soll spätestens Ende März 2024 eine Vereinigung gegründet haben, die von einer rechtsextremen Ideologie geprägt sei. Es sollten besonders schwerwiegende Straftaten wie Mord und Totschlag begangen oder dazu aufgerufen werden, um den Zusammenbruch der gesellschaftlichen Ordnung herbeizuführen. «Bild- und Videomaterial solcher Taten werden in Chatgruppen bewusst geteilt, um Werbung für die Vereinigung sowie für künftige Anschläge zu machen.»

    Ausserdem geht es den Angaben nach um Anstiftung zu Mord und mehrfacher Brandstiftung, um Vergewaltigung und sexuellen Missbrauch eines Kindes, um bandenmässige Verbreitung kinderpornographischer Inhalte, die öffentliche Aufforderung zu Straftaten, Billigung von Straftaten und Gewaltdarstellung.

    Konkret nennt die Bundesanwaltschaft Beispiele aus Russland, den USA und der Schweiz. Ferner soll der Beschuldigte mutmasslich in einer Chatgruppe zur Tötung eines US-Bürgers aufgerufen haben.

    «Schliesslich besteht der Verdacht, dass der Beschuldigte über das Internet mit einem Kind im europäischen Ausland in Kontakt getreten ist und dieses dazu veranlasst hat, mit einem Messer sexuelle Handlungen an sich vorzunehmen», heisst es in der Mitteilung. Das Opfer habe schwere Verletzungen erlitten. Von einigen Taten habe der Beschuldigte Videozusammenschnitte im Netz verbreitet.

    Szene sucht Opfer in sozialen Medien und auf Gaming-Plattformen

    Die Bundesanwaltschaft rechnet die beiden Gruppierungen der sogenannten COM-Szene zu, oder sieht zu ihr zumindest eine Verbindung. Die Szene habe sich vor einigen Jahren im Internet entwickelt, erklärt die Behörde in ihrer Mitteilung. «Ihre Mitglieder suchen zielgerichtet in sozialen Medien oder auf Gaming-Plattformen etwa nach sehr jungen, meist weiblichen Personen, die durch Manipulation und Zwang zu erniedrigenden Handlungen und/oder Selbstverletzungen bis hin zum Suizid gedrängt werden sollen.»

    Der aktuelle Fall erinnert an ein Verfahren, das derzeit in Hamburg vor Gericht verhandelt wird. Der dort angeklagte, unter seinem Foren-Namen «White Tiger» bekanntgewordene mutmassliche Pädokriminelle soll laut Anklage mehr als 200 Straftaten über das Internet begangen haben. Laut Staatsanwaltschaft war er Kopf des internationalen Sadisten-Netzwerks «764». Er soll in Internetforen gezielt nach psychisch labilen Kindern und Jugendlichen gesucht haben, um ihr Vertrauen zu gewinnen und sie dann zu missbrauchen.

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