Drogen

Illegale Schamanen-Rituale mit Psycho-Droge boomen in der Schweiz

Riccardo Schmidlin
Riccardo Schmidlin

Bern,

Immer mehr illegale Retreats mit psychedelischen Drogen werden in der Schweiz angeboten. Das BAG stellt klar: Solche Angebote sind verboten.

Psychedelische Substanzen wie Ayahuasca stehen im Zentrum illegaler Retreats. (Symbolbild)
Psychedelische Substanzen wie Ayahuasca stehen im Zentrum illegaler Retreats. (Symbolbild) - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Illegale Ayahuasca-Retreats breiten sich in der Schweiz weiter aus.
  • Fachleute warnen: Ohne Betreuung können psychedelische Retreats Traumata verstärken.

Illegale schamanische Rituale mit psychedelischen Drogen werden in der Schweiz laut einer Recherche von «Le Matin Dimanche» immer häufiger angeboten. Psychedelische Substanzen lösen starke Veränderungen der Wahrnehmung und des Bewusstseins aus und können Halluzinationen hervorrufen.

Die mehrtägigen Retreats mit Substanzen wie Ayahuasca oder 5-MeO-DMT versprechen spirituelle Erfahrungen oder die Heilung von Traumata. Sie kosten mehrere Hundert bis Tausende Franken.

Retreats werden nur im Ausnahmefall bewilligt

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) stellt klar: Dass solche Angebote illegal sind.

Psychedelische Substanzen dürfen nur in eng begrenzten Ausnahmefällen für wissenschaftliche Forschung oder medizinische Anwendungen eingesetzt werden. «Solche ‹Retreats› könnten unter den geltenden gesetzlichen Bestimmungen keinesfalls bewilligt werden.»

Mehrere Plattformen entfernten nach Hinweisen von «Le Matin Dimanche» entsprechende Inserate. Veranstalter werben jedoch weiterhin über eigene Webseiten. Die Kantonspolizeien beobachten die Entwicklung.

Würdest du in ein schamanisches Retreat?

Die Berner Kantonspolizei stellt ein «zunehmendes Interesse an halluzinogenen beziehungsweise bewusstseinsverändernden Substanzen» fest.

Zugang zu legalen Angeboten erschwert

Fachleute führen den Anstieg illegaler Angebote auf den erschwerten Zugang zu legalen Behandlungen und lange Bewilligungsverfahren zurück.

Der Verein Psychédelos warnt vor den Risiken unkontrollierter Retreats. «Die Substanz allein ist nur ein Katalysator – entscheidend ist die Begleitung.»

Ohne fachliche Betreuung könnten Krisen oder bestehende Traumata verschlimmert werden.

Gleichzeitig gewinnen psychedelisch unterstützte Therapien auch in der Medizin an Bedeutung. Das BAG hat die Zahl der Ausnahmebewilligungen in den vergangenen Jahren deutlich erhöht.

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Kommentare

User #1914 (nicht angemeldet)

Logisch boomem Trips, wenn der Alltag nur noch eine vermeindliche Freiheit zwischen Lohnarbeit, Wohnungsknappheit und narzisstischten Führungsfiguren bietet, nicht zu sprechen von Entwurzlung. Der Spielraum ist knapp, der Spielplatz zu bersten voll, die Spielgeräte nur noch langweilig, obszön und abgedroschen.

Sledge Hammer

Das WEF in Davos ist ein legales Retreat.

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