Ian Fleming in der Schweiz: auf den Spuren einer Jugendliebe

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Lausanne,

Noch vor der Erfindung von James Bond hat Ian Fleming in der Schweiz eine intensive Liebesgeschichte mit einer jungen Frau aus dem Kanton Waadt durchlebt. Ein neuer Reiseführer zeichnet nun die Verbindungen des Schriftstellers zur Westschweiz und zum Genfersee nach.

Ian Fleming und Monique Panchaud am Ufer des Genfersees in den 1930er Jahren. (Archivbild)
Ian Fleming und Monique Panchaud am Ufer des Genfersees in den 1930er Jahren. (Archivbild) - Keystone-SDA

«Auf den Spuren von Ian Fleming in der Schweiz», erschienen auf Englisch und auf Französisch bei Editions romandes 180°, lädt dazu ein, den Orten zu folgen, an denen sich der spätere Schöpfer von James Bond in den 1930-er Jahren aufhielt. Die Route führt unter anderem nach Genf, wo Fleming ein Praktikum beim damaligen Völkerbund absolvierte, sowie nach Coppet und Vich, wo sich seine Liebesgeschichte mit Monique Panchaud de Bottens abspielte.

Beziehung als roter Faden

Diese Beziehung bildet den roten Faden des Buches. Sie führte die beiden jungen Menschen bis zur Verlobung, bevor sie sich trennten. «Als er sie kennenlernte, war sie für ihre Zeit sehr avantgardistisch», sagte Reiseführer-Autor Cornelius Schregle zu Keystone-SDA. Dabei hob er ihre Vorliebe für Skifahren, das Hochgebirge und das Autofahren hervor – Aktivitäten also, die für eine junge Frau aus ihrem Milieu damals noch ungewöhnlich waren.

Dem Autor zufolge könnte diese Geschichte auch Spuren im James-Bond-Universum hinterlassen haben. «Die Frauen, die das Bond-Universum bevölkern, haben etwas von Monique: freie Frauen, die ihr Schicksal selbst in der Hand haben», so Schregle.

Im Beau-Rivage Palace in Lausanne

Fleming entdeckte die Schweiz schon sehr früh. Seine Familie verweilte unter anderem im Beau-Rivage Palace in Lausanne. Später tauchen die Landschaften und Orte der Westschweiz in seinem Werk wieder auf, während bestimmte Szenen aus den James-Bond-Filmen ihrerseits die Schweiz zu einer mythischen Kulisse machen.

Der Reiseführer vereint historische und zeitgenössische Fotografien, Karten, Archivdokumente und Auszüge aus den Romanen. Die Mehrheit der im Reiseführer erwähnten Orte kann daher auch heute noch besucht werden, sodass der Leser das Lesen in eine Reise verwandeln kann.

Mit dieser Reise durch die Schweiz wollte Cornelius Schregle weniger eine neue Biografie von Fleming verfassen, als vielmehr eine wenig bekannte Phase seines Lebens zugänglich machen. «Ich wollte etwas Leichteres, etwas Unterhaltsameres», mit der Idee, jedem zu ermöglichen, diese Orte «nach eigenem Belieben» zu entdecken.

Dennoch ist das Werk das Ergebnis mehrjähriger Recherchen und Begegnungen, insbesondere mit Angehörigen der Familien von Fleming und Monique Panchaud sowie mit den britischen Biografen Nicolas Shakespeare und Andrew Lycett.

Es knüpft an die Arbeit von Cornelius Schregle über die Verbindungen zwischen der Schweiz und dem Kino an, die mit dem 2016 erschienenen Buch «Backdrop Switzerland» begann. Letzteres befasst sich mit Filmen, die in der Schweiz gedreht wurden oder die Schweiz als Kulisse nutzten.

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