Die Universität St. Gallen will CO2-Emissionen aus dem Weltall messen. Die Datenauswertungen könnte schliesslich Rating-Agenturen helfen.
Spesenaffäre
Die Universität St. Gallen. (Archivbild) - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Uni St. Gallen will mit Satellitenbilder CO2-Emissionen von Kraftwerken messen.
  • Mit den ausgewerteten Daten können Nachhaltigkeitsberichte von Unternehmen geprüft werden.
  • Das wiederum kann Rating-Agenturen helfen, die dabei helfen, «grün» zu investieren.

Ein Forscherteam der Universität St. Gallen will mit Satellitenbilder weltweit alle fossilen Kraftwerke orten und die CO2-Emissionen messen. Mit der Methode könnte auch untersucht werden, ob Nachhaltigkeitsberichte von Industrieunternehmen mit der Realität übereinstimmen. Basis für die Forschungsprojekte sind frei verfügbare Satellitendaten der Europäischen Weltraumbehörde ESA.

Diese könnten mit künstlicher Intelligenz ausgewertet werden, teilte die Universität St. Gallen am Donnerstag mit. Das Ergebnis zeige, wo und wieviel CO2 ausgestossen werde.

Es sei damit möglich, Kraftwerke zu identifizieren, den Rauch aus ihren Schornsteinen «pixelgenau» zu messen und daraus Emissionen abzuschätzen. Das heisst es in der Mitteilung.

co2-ausstoss
Dampf kommt aus den Kühltürmen des Braunkohlekraftwerks Neurath (Nordrhein-Westfalen). Der weltweite CO2-Ausstoss ist wegen der Corona-Massnahmen zeitweise um 17 Prozent zurückgegangen. Foto: Federico Gambarini/dpa - dpa-infocom GmbH

Weltweit Kraftwerke scannen

Die Forschenden planen nun, Kraftwerke zuerst in Europa und danach weltweit zu scannen und deren Ausstoss zu quantifizieren. Daraus lasse sich unter anderem ableiten, «wer die Schadstoffe kompensieren muss».

In einem weiteren Schritt wolle man dieses Verfahren auf die Schwerindustrie anwenden. Auch hier soll der CO2-Ausstoss gemessen werden, wird Damian Borth, Professor für Artificial Intelligence and Machine Learning zitiert.

Kernkraftwerk Flamanville
Das französische Kernkraftwerk Flamanville. - Twitter/@ASN

Wichtige Daten für Rating-Agenturen

Die ausgewerteten Daten könnten dann mit Nachhaltigkeitsberichten verknüpft werden. Damit wäre eine Überprüfung möglich, «ob die Angaben von Emittenten dem real gemessenen CO2-Ausstoss entsprechen».

Diese Informationen seien nützlich für Rating-Agenturen, die Unternehmen nach Umweltthemen bewerten und dadurch Investoren ermöglichten, «grün» zu investieren.

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