Höhenangst als Risikofaktor beim Bergwandern unterschätzt
Höhenangst sorgt beim Wandern für ein erhöhtes Sturzrisiko. Dennoch wird sie von vielen Wanderern unterschätzt, wie eine Umfrage zeigt.

Das Wichtigste in Kürze
- Laut der BFU ist Schwindelfreiheit eine wichtige Voraussetzung für sicheres Wandern.
- Viele Wanderer aber unterschätzen das Risiko und gewichten Wetter und Distanz höher.
- Fast ein Drittel gab sogar an, unter Höhenangst oder Höhenschwindel zu leiden.
Höhenangst wird als Risikofaktor bei Bergwanderungen unterschätzt. Bei einer Umfrage unter Wanderinnen und Wanderern haben nur 18 Prozent Schwindelfreiheit als wichtige Voraussetzung angegeben. Dies teilte die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) am Donnerstag mit.
Höhenangst oder Höhenschwindel beeinträchtige das sichere Vorwärtskommen und steigere das Sturzrisiko, schreibt BFU. Schwindelfreiheit sei demnach eine genauso wichtige Voraussetzung bei Bergwanderungen wie Fitness und Trittsicherheit.
Eine Umfrage unter Bergwanderinnen und -wanderern im Sommer 2024 ergab ein anderes Bild, wie die BFU schreibt. Hier seien gute Schuhe mit 70 Prozent, Fitness mit 56 Prozent und Trittsicherheit mit 32 Prozent als die entscheidenden Voraussetzungen genannt worden. Nur gerade 18 Prozent hätten Schwindelfreiheit genannt. Dabei habe knapp ein Drittel der Befragten angegeben, selber unter Höhenangst oder Höhenschwindel zu leiden.
Die Erhebung zeigt gemäss BFU zudem, dass die meisten Wandernden bei ihrer Planung zwar Faktoren wie das Wetter, Distanz und Höhenmeter berücksichtigen, weniger aber die Gefährlichkeit der Route. Die BFU mahnt, dass die Wanderroute zu den eigenen Fähigkeiten passen sollte. Im Zweifel gelte: «Umkehren ist kein Scheitern, sondern gutes alpines Verhalten.»
Im Durchschnitt müssen gemäss BFU jedes Jahr rund 40'000 Personen nach einem Wanderunfall ärztlich behandelt werden. 45 Menschen finden dabei den Tod.
Die Befragung fand an über 20 Standorten mit 1387 zufällig ausgewählten Bergwandernden statt.












