Im Waadtländer Parlament hat die FDP-Politikerin Cretegny eine Passage aus «Tim und Struppi im Kongo» angeblich in einem afrikanischen Akzent zitiert.
Laurence Cretegny
Wegen heikler Äusserungen hagelte es Kritik: Die Präsidentin des Waadtländer Grossen Rates, Laurence Cretegny. (Archivbild) - sda

Das Wichtigste in Kürze

  • FDP-Politikerin Laurence Cretegny wirft den Vorwurf zu Rassismus entschieden zurück.
  • Sie habe angeblich eine kongolesische Mutter in einer Geschichte nachgeahmt.

Nach einem Eklat im Waadtländer Grossen Rat hat sich dessen Präsidentin entschuldigt. Sie habe mit umstrittenen Äusserungen die Gefühle «gewisser Personen» verletzt. Den Vorwurf des Rassismus wies Laurence Cretegny jedoch «entschieden» zurück. Die FDP-Politikerin hatte im Kantonsparlament eine Passage aus «Tim und Struppi im Kongo» in einem angeblich afrikanischen Akzent zitiert.

Ihre Äusserungen lösten Empörung aus, insbesondere in den sozialen Netzwerken. Mehrere Parlamentarier verurteilten Cretegnys Worte im Kantonsparlament als «unzulässig». Der Verband der Studenten afroamerikanischer Herkunft (AEA) verurteilte die «besonders rassistischen und problematischen» Äusserungen scharf. «Rassismus hat in unseren Institutionen keinen Platz», schrieb sie in einer Erklärung an den Grossen Rat.

Nachahmung einer kongolesischen Mutter

Cretegny wagte es, in karikierender und beleidigender Weise ein Gespräch einer kongolesischen Mutter mit ihrem Kind nachzuahmen, kritisierte die AEA. «Dies ist eine Beleidigung für die kongolesische Gemeinschaft und für alle Menschen afrikanischer Herkunft.» So die AEA und forderte die FDP-Politikerin auf, sich zu entschuldigen und von ihrem Amt als Präsidentin des Kantonsparlaments zurückzutreten.

Cretegny entschuldigte sich am Donnerstag offiziell. Wenn das Zitat aus dem Comic einige Leute beleidigt habe, so wolle sie sich bei diesen entschuldigen. Zugleich betonte sie, dass sie sich nie rassistisch habe äussern wollen. Gegensätzlich zu dem, was in den sozialen Netzwerken interpretiert werde.

FDP schützt Cretegny

Man müsse ihre Äusserungen im Kontext sehen. Sie habe diese am Ende einer Rede zu Ehren des zurückgetretenen Waadtländer Staatskanzlers Vincent Grandjean gemacht. Letzterer sei ein Fan von Comics, insbesondere von «Tim und Struppi». Ihre Rede habe mehrere Zitate aus den Alben von Hergé enthalten, erklärte Cretegny.

Die FDP nahm Cretegny in Schutz, die Partei könne verstehen, dass «ihre Bemerkungen beleidigend gewesen sein könnten.» Dies hiess es in einer Stellungnahme. Die FDP weise den Vorwurf des Rassismus zurück. Sie forderten ihre Parteigenossin jedoch auf, sich «in Zukunft vorsichtiger zu äussern».

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