Nach zwei Jahren mit wenigen Fällen von Grippe wegen Corona ist in der Schweiz schon jetzt ein starker Anstieg bei Atemwegserkrankungen zu verzeichnen.
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Zurzeit kämpfen viele Personen mit einer Grippe. (Symbolbild) - dpa-infocom GmbH
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Das Wichtigste in Kürze

  • In der Schweiz nimmt die Zahl der grippeähnlichen Erkrankungen derzeit stark zu.
  • Schuld daran ist auch, dass bei vielen das Immunsystem wegen Corona nicht vorbereitet ist.
  • Ist das der Beginn einer grossen Grippewelle?

In der Schweiz ist mit dem ersten Schneefall am Freitagmorgen definitiv der Winter eingekehrt. Das merkt man auch am allgegenwärtigen Husten und Schniefen – sind wir bereits mitten in einer Grippewelle?

Der Lagebericht des Bundes zeigt in der ersten Dezemberwoche einen starken Anstieg der grippeähnlichen Fälle. Besonders in den Kantonen Graubünden und Tessin ist die Influenza (Grippe) bereits weit verbreitet. Aber auch in anderen Kantonen gibt es viele Fälle.

Grippewelle beginnt früher als sonst

Besonders auffällig ist jedoch, dass die Grippefälle früher beginnen als in anderen Jahren. Normalerweise ist ein derartiger Anstieg erst ab der 50. Kalenderwoche zu erkennen. Dieses Jahr ist es bereits einige Wochen früher.

Influenza
Grippe: Dieses Jahr gibt es früher als sonst einen Anstieg bei den Influenza-Fällen. - BAG

«Die Pandemie spielt hier möglicherweise eine wesentliche Rolle», erklärt Infektiologe Jan Fehr gegenüber SRF. In den vergangenen zwei Jahren habe es wegen Corona insgesamt deutlich weniger Grippe-Fälle gegeben.

«Es gab aber auch weniger Gelegenheit für das Immunsystem, sich auf diese grippeähnlichen Viren vorzubereiten», so Fehr. Gerade bei Kindern, die deswegen noch nicht mit Influenza und Co. in Berührung kamen, könnte das jetzt für mehr Erkrankungen sorgen.

Viele Atemwegserkrankungen im Umlauf

Jedoch gibt es nicht nur bei der Grippe einen Anstieg. Die Spitäler melden gemäss SRF auch bei anderen Atemwegserkrankungen wie etwa Bronchitis einen Anstieg. Auch hier könnte die Pandemie dazu beigetragen haben, so Fehr: «Ein Zusammenhang ist denkbar.»

Fühlen Sie sich aktuell krank?

Es sei schwierig abzuschätzen, ob man in der Schweiz bereits jetzt von einer Grippewelle sprechen könne. Das werde sich erst in den nächsten Wochen zeigen, erklärt der Infektiologe. «Es ist aber wichtig, dass wir alert sind und auch Massnahmen treffen, damit das Gesundheitssystem auf diese Situation vorbereitet ist.»

Auch die WHO warnt Europa vor einer verfrühten Grippewelle. Die Organisation empfiehlt, Risikopatienten sollten sich sowohl gegen die Grippe, als auch gegen das Coronavirus impfen lassen.

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