Das Genfer Kantonsgericht hat den Weinhändler Dominique Giroud verurteilt. Er soll versucht haben, die Computer von zwei Journalisten zu hacken.
Der Walliser Weinhändler Dominique Giroud.
Der Walliser Weinhändler Dominique Giroud. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Weinhändler Dominique Giroud versuchte, Daten zweier Journalisten zu entwenden.
  • Er wurde wegen Anstiftung zum Datendiebstahl verurteilt.
  • Von einer Strafe sah das Genfer Kantonsgericht jedoch ab.

Das Genfer Kantonsgericht hat die Verurteilung des Walliser Weinhändlers Dominique Giroud wegen Anstiftung zum Datendiebstahl bestätigt. Von einer Strafe sah es jedoch ab, wie sein Anwalt Yannis Sakkas am Dienstag bekannt gab.

Der Walliser Winzer wollte sich in die Computer zweier Journalisten hacken, um deren Quellen herauszufinden, die die Presse über seine Steuerprobleme informiert hatten.

Das Genfer Polizeigericht hatte in erster Instanz die Schuld des Weinhändlers in diesem Fall anerkannt und im April 2021 eine sechsmonatige Haftstrafe auf Bewährung gegen ihn ausgesprochen.

Giroud bestritt die Vorwürfe und plädierte auch im Berufungsverfahren auf Freispruch. Er kann auch das Urteil des Kantonsgerichts noch ans Bundesgericht weiterziehen.

Giroud-Anwalt spricht von «Sieg»

«Dieses Urteil ist eindeutig ein Sieg», schreibt Girouds Anwalt Yannis Sakkas am Dienstag in einer Pressemitteilung. Die Richter hätten es abgelehnt, auch nur die geringste Haft- oder Geldstrafe auszusprechen. Ihre Entscheidung, die vom Polizeigericht verhängte Strafe aufzuheben, sei nur zu begrüssen. Dies zeige das tiefe Unbehagen, welche der Fall hervorrufe. Der Anwalt bedauert hingegen, dass die Richter es nicht gewagt hätten, einen Schritt weiterzugehen und seinen Mandanten freizusprechen.

Dominique Giroud bei einer Gerichtsverhandlung im April. - Keystone

Der Versuch, die Computer eines RTS-Journalisten und einer Journalistin von «Le Temps» zu hacken, wurde 2014 durchgeführt. Das Team, mit dem sich Giroud für die Operation umgab, bestand aus einem Freund aus Kindertagen, der zu diesem Zeitpunkt Mitarbeiter des Schweizerischen Bundesnachrichtendienstes (NDB) war, einem Privatdetektiv und einem Informatiker, der für die Entwicklung der Spionagesoftware verantwortlich war.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft, die sich auf Telefonabhörungen stützt, waren die Preise für die Hacking-Aktion zuvor ausgehandelt worden. Giroud hatte dem Informatiker sogar einen Vorschuss von 10'000 Franken gezahlt. Die Operation scheiterte schliesslich, weil die beiden Journalisten den ausgelegten Köder nicht schluckten.

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