Früheres Brandopfer: «Man kann gut leben und glücklich sein»

Belinda Schwenter
Belinda Schwenter

Crans-Montana,

116 Menschen wurden beim Bar-Brand in Crans-Montana verletzt – viele davon schwer. Frühere Brandopfer schenken den Betroffenen Hoffnung auf ein normales Leben.

Crans-Montana
In Crans-Montana kam es in der Silvesternacht zu einer Brandkatastrophe. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Brandkatastrophe von Crans-Montana kostete 40 Menschen das Leben.
  • 116 Personen wurden dabei verletzt – viele davon schwer.
  • Frühere Brandopfer schenken Hoffnung: «Ich lebe normal und mache das, was ich will.»

In der Silvesternacht kam es in Crans-Montana VS zu einem verheerenden Brand in der Bar «Le Constellation». 40 Personen verloren bei der Katastrophe ihr Leben.

Zudem wurden 116 Menschen verletzt. Viele davon schwer.

Der Chef des Zentrums für Schwerbrandverletzte am Unispital Zürich, Chirurg Bong-Sung Kim, zeigt sich trotzdem vorsichtig optimistisch. Gegenüber den «Tamedia»-Zeitungen sagt er: «Ich glaube, wir schaffen es, dass viele überleben.»

Ziel sei jedoch nicht nur das Überleben der Brandverletzten. Das Team wolle «den Betroffenen langfristig auch eine gute Lebensqualität ermöglichen können».

«Ich lebe normal und mache das, was ich will»

Und dass ein Leben auch mit schlimmen Brandverletzungen schön sein kann, betonen selbst Betroffene. Gegenüber «Le Nouvelliste» senden eine Walliserin und ein Walliser Hoffnung an die Opfer.

Fournier
Natan Fournier ist selbst Brandopfer. - Screenshot RTS

Natan Fournier war erst 17 Jahre alt, als im Mai 2016 ganze 75 Prozent seiner Körperoberfläche verbrannt wurden. Trotz dieses Schicksalsschlages zeigt er sich positiv: «Ich lebe normal und mache das, was ich will», sagt der heute 27-Jährige.

Er gehe heute auf Skitouren, spiele dreimal pro Woche Tennis und reise alleine. Grosse gesundheitliche Probleme habe er heute keine mehr.

Für seine Mutter, Anne Fournier, war die Zeit nach dem Unglück nicht leicht. Trotzdem möchte sie anderen Eltern Mut machen. «Solange die Person atmet, besteht Hoffnung», betont sie gegenüber «Le Nouvelliste».

Fournier
Seine Mutter und er schenken den Betroffenen von Crans-Montana Hoffnung. - keystone

Während ihr Sohn im künstlichen Koma war, habe sie weiterhin mit ihm gesprochen und sei stets positiv geblieben. Sie ist überzeugt: «Man sollte nie negativ über ihre Verletzungen sprechen, wenn sie zuhören können.» Man müsse immer positiv und zuversichtlich bleiben.

Ein langer Weg zurück ins normale Leben

Auch die Walliserin Jenny Udriot möchte den Opfern des Brandes von Crans-Montana Mut machen. Sie selbst wurde als Baby bei einem Brand schwer verbrannt. Fast 30 Prozent ihrer Körperoberfläche waren betroffen.

Hattest du schon einmal eine Brandverletzung?

«Man muss geduldig sein. Es ist ein langer Weg, aber man kann gut leben und glücklich sein», ist die heute 40-Jährige überzeugt.

Man müsse akzeptieren, was passiert ist, und sich mit seinem neuen Körperbild anfreunden. Und: «Auch wenn sich das Äussere durch Verbrennungen verändert, die Seele der Person bleibt dieselbe.»

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Kommentare

User #2194 (nicht angemeldet)

Ja Leben kann man nach so einer Entstellung; Frage ist nur wie, wir hatten ein solches Opfer in der Schule, er wurde gemieden und gehänselt und ja Reisen alleine ist nicht sooo schön wie zu zweit, es wird hier vieles heruntergespielt!!!!

User #4287 (nicht angemeldet)

Es werden Walliser Anwälte den Opfern vor geschlagen, als ob das ein Unterschied macht---Kein Anwalt geht wirklich mit voller Konsequenz gegen Staat vor, Angst vor genauer Steuerprüfung usw.--- Opfern entfehle ich alle Dokumente KI zu geben und viele Fragen stellen ob man da wirklich nicht mehr machen kann und ob alles so richtig ist--- Sonst wird man über den Tisch gezogen---

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