Forschungsteam macht DNA zum Datenspeicher
Ein Forschungsteam packt Computerdaten in künstliche DNA: Damit sollen riesige Datenmengen für zehntausende Jahre gesichert werden.

Das Forschungsteam mit Beteiligung der Universität Genf und der Fachhochschule Westschweiz (HES-SO) hat eine Maschine entwickelt, die digitale Dateien in einen DNA-Code übersetzt und daraus künstliche DNA-Stränge erstellt. Dies teilten die beteiligten Hochspielen am Donnerstag mit.
Konkret in Computer kennt nur Nullen und Einsen. Die DNA besteht aus vier chemischen Bausteinen, die man mit den Buchstaben A, C, G und T abkürzt. Ein Computerprogramm rechnet die Nullen und Einsen in diese vier Buchstaben um.
Die Daten werden anschliessend in kleinen, versiegelten Edelstahlkapseln aufbewahrt. Diese schützen die DNA vor Sauerstoff, Licht, Feuchtigkeit und Wärme. Liegt die Kapsel einmal im Regal, braucht sie keinen Strom, keinen Lüfter und keine Wartung. Die Daten bleiben laut den Hochschulen über Jahrtausende lesbar, indem man die DNA einfach mit Laborgeräten wieder «sequenziert» und in Computercode zurückrechnet.
Theoretisch könnte ein Gramm DNA Daten im Umfang mehrerer Tausend Festplatten speichern, heisst es von den Hochschulen.
Damit würde ein grosses Problem gelöst: Die Menschheit produziert riesige Mengen an Daten. Normale Festplatten und Serverzentren haben zwei grosse Nachteile: Sie gehen nach einigen Jahren kaputt und verbrauchen gigantische Mengen Strom für Kühlung und Betrieb.
Der Prozess ist aktuell aber noch sehr teuer und langsam: Das Schreiben einer einzelnen Datei dauert mehrere Stunden. Deshalb eignet sich die Technik heute noch nicht für das Smartphone, sondern nur für extrem wertvolle Dokumente, die für die Ewigkeit erhalten bleiben sollen.
In einem Testlauf speicherten die Forschenden ein Archiv zur Uhrmacherei in DNA. Dieses gehört dem Centre jurassien d'archives et de recherches économiques (CEJARE). Der Versuch fand auf dem Campus der Hochschule für Technik und Architektur in Saint-Imier im Kanton Bern statt.
Koordiniert wurde das Projekt von der litauischen Firma Genomika. Die Forschenden wollen die Technologie nun weiterentwickeln und kommerziell zugänglich machen.










