Fluggesellschaft Swiss

    Fluggesellschaft Swiss: Wird Deutsch-Pflicht im Cockpit abgeschafft?

    Nicolas Eggen
    Nicolas Eggen

    Zürich,

    Die Fluggesellschaft Swiss denkt wegen des Pilotenmangels an ein Ende der Deutsch-Pflicht im Cockpit. CEO Fehlinger will die Regel «kritisch überprüfen».

    Fluggesellschaft Swiss
    Pilotinnen und Piloten bei der Fluggesellschaft Swiss müssen Deutsch sprechen. Wie lange noch? (Symbolbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Wer bei der Swiss im Cockpit arbeiten möchte, muss Deutsch können.
    • Swiss-Chef Jens Fehlinger will die Deutschpflicht im Cockpit überdenken.
    • Der Pilotenverband Aeropers zeigt sich skeptisch.

    Wer bei der Swiss im Cockpit arbeiten möchte, muss Deutsch können. Trotz eines Mangels an Pilotinnen und Piloten hielt die Fluggesellschaft Swiss bisher an dieser Regelung fest. Die Swiss hatte im vergangenen Sommer 1400 Flüge wegen Pilotenmangels gestrichen.

    Ein Insider behauptete im Frühling gegenüber der «CH Media»: «Das benachteiligt einen grossen Teil der Schweizerinnen und Schweizer in einem mehrsprachigen Land.»

    Denn während ein deutschsprachiger Bewerber nur Englisch als Fremdsprache beherrschen müsse, müssten Romands oder Tessiner zusätzlich auch noch Deutsch lernen.

    CEO der Fluggesellschaft Swiss will Deutschpflicht überdenken

    Die Fluggesellschaft Swiss könnte aber bald eine Änderung in dieser Sprachpolitik vornehmen. Swiss-CEO, Jens Fehlinger, hat angedeutet, dass er bereit ist, die strikte Deutschpflicht für Piloten zu überdenken. Dieser Schritt könnte den Pool an potenziellen Kandidaten für das Cockpit erweitern.

    Fehlinger äussert sich gegenüber den «CH Media»-Zeitungen offen zum Thema: «Ich denke, dass wir die Deutschpflicht in den kommenden Jahren kritisch überprüfen sollten.»

    Erste europäische Airlines würden dies auch so handhaben und verlangten ausschliesslich Englisch. Diese Sprache sei schliesslich international als Standardsprache der Aviatik etabliert, so der CEO.

    Er merkt jedoch auch an, dass dies ein heikles Thema sei und viel Feingefühl erfordere. Bevor eine Entscheidung getroffen werde, plane das Unternehmen daher Gespräche mit seinen Sozialpartnern.

    Pilotenverband Aeropers zeigt sich skeptisch

    Auf der anderen Seite steht der Pilotenverband Aeropers. Sie haben Bedenken geäussert und sind eher gegen eine Lockerung der Sprachregelungen eingestellt.

    Thomas Steffen vom Verband betont gegenüber den Zeitungen die Wichtigkeit von effizienter Kommunikation im Cockpit: «Speziell auch in Notfällen ist es sehr hilfreich, wenn die Crew in der Muttersprache miteinander Probleme lösen kann».

    Wärst du gerne Pilot?

    Derzeit sind etwa zwei Drittel aller Swiss-Piloten Schweizer Staatsbürger. Fast 30 Prozent kommen aus Deutschland – ein Anteil, der in den letzten zwölf Jahren stark zugenommen hat: Im Jahr 2007 waren es nur 1 Prozent und bis 2013 stieg dieser Anteil auf 11 Prozent.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #3924 (nicht angemeldet)

    Die Durchsagen versteht man meistens sowieso nicht - Qualitätsbedingt

    User #4865 (nicht angemeldet)

    Mir wäre lieber, sie würden die Cockpit-Pflicht in Deutsch abschaffen.

    Weiterlesen

    Fluggesellschaft Swiss
    37 Interaktionen
    «Nachteil»
    swiss genf
    4 Interaktionen
    Sommerflugplan 2026
    Jens Fehlinger
    3 Interaktionen
    Trump-Effekt lässt nach
    Flusskreuzfahrten
    5 Interaktionen
    Von Jung bis Alt

    MEHR FLUGGESELLSCHAFT SWISS

    Fluggesellschaft Swiss
    14 Interaktionen
    1,2 Mrd. Umsatz
    29 Interaktionen
    Als sie schlief
    Fluggesellschaft Swiss
    224 Interaktionen
    «Nicht EIN Schweizer»
    Fluggesellschaft Swiss
    70 Interaktionen
    Bord-Ärger

    MEHR AUS STADT ZüRICH

    Zürich
    UZH
    6 Interaktionen
    UZH
    Zürich
    Zürich