Fluggesellschaft Swiss sorgt mit fragilem Messer für Zmorge-Frust
Die Fluggesellschaft Swiss setzt aus Nachhaltigkeitsgründen auf Holzbesteck. Nau.ch-Journalist Simon Ulrich muss feststellen: praxistauglich ist es weniger.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Swiss setzt aus Nachhaltigkeitsgründen teils auf Holzbesteck.
- Dieses erweist sich bei fast gefrorener Butter als äusserst unpraktisch.
- Aktuell sind laut Airline keine Änderungen beim Besteck geplant.
Der Flug mit der Swiss von Miami nach Zürich neigt sich dem Ende zu. Die Kabinencrew verteilt die Frühstücksbox mit Brötli, Mini-Croissant, Konfitüre, Butter – dazu Holzbesteck.
Gierig mache ich mich über mein Zmorge her, die letzte Mahlzeit liegt immerhin gut sieben Stunden zurück.
Doch statt eines genussvollen Starts in den Tag wird das Morgenessen zur ultimativen Bord-Challenge. Denn die steinharte Butter – eben erst der Kühlung entnommen – und das fragile Holzmesser erweisen sich als unversöhnliche Gegenspieler.
Zwar lässt sich die Butter gerade noch so aus der kleinen Portion herausoperieren. Doch beim Versuch, das Gipfeli zu bestreichen, scheitere ich grandios. Mein Holzmesser biegt sich, schliesslich bricht es.
In den umliegenden Reihen spielen sich ähnliche Dramen ab: Einige drücken, andere sägen vorsichtig – doch kaum ein Passagier kommt zu einem ordentlich gebutterten Brot.
Fluggesellschaft Swiss setzt aus Nachhaltigkeitsgründen auf Holz
«Ach du liebe Zeit, haben wir denn keine grösseren Probleme?», mag nun mancher Zeitgenosse aufstöhnen.
Selbstverständlich! Aber wo stünde die Schweiz, wenn wir uns nicht auch an den kleinen Dingen reiben würden? An genau jenen Details, die am Ende den feinen Unterschied machen!
Also Anfrage bei der Fluggesellschaft Swiss: Gab es bereits Klagen zu diesem Thema? «Konkrete Rückmeldungen speziell zum Holzbesteck liegen uns derzeit nicht vor», hält Sprecherin Nicole Meier fest.
Ziel sei es, Einwegplastik möglichst zu vermeiden. Diese Bestrebungen würden von den Kundinnen und Kunden wahrgenommen und geschätzt, sagt Meier mit Verweis auf Kundenbefragungen.
Doch wieso wird zum Frühstück nicht auch Metallbesteck gereicht, so wie beim Mittagessen? Wäre ja nicht minder ökologisch.
Das Angebot hänge von der Flugdauer ab, erklärt die Sprecherin: «Das Holzbesteck kommt auf den kürzeren Langstreckenflügen zum Einsatz. Dort bieten wir die sogenannte Bento Box an.»
Auf längeren Langstreckenflügen hingegen gebe es eine zweite warme Mahlzeit, die auf einem Tablett serviert werde. Dieses biete auch Platz für Metallbesteck. «Generell kommt Metallbesteck zum Einsatz, wenn wir warmes Essen auf dem Tablett servieren», so Meier.
Keine Änderungen beim Besteck geplant
Die Sprecherin betont: «Neue Produkte und Serviceelemente werden vor der Einführung umfassend getestet. Unser Ziel ist immer, dass der Service für unsere Gäste an Bord gut funktioniert und möglichst nachhaltig ist.»
Die Fluggesellschaft Swiss entwickle ihr Bordangebot «laufend weiter» und prüfe «regelmässig mögliche Verbesserungen». Im Bereich Besteck seien aktuell jedoch «keine konkreten Anpassungen geplant».
Bleibt also zu hoffen, dass immerhin die Butter künftig etwas weicher daherkommt.















