Benkner Skispringerin (20) will sich zurückkämpfen

Shannon Senn
Shannon Senn

Wil,

Celina Wasser musste im Frühling das Swiss-Ski-Kader verlassen. Die 20-Jährige kämpft weiter für ihr Ziel, zurückzukehren und sich im Weltcup zu beweisen.

Tut alles dafür, wieder ins Swiss-Ski-Kader aufgenommen zu werden: Celina Wasser aus Benken.
Tut alles dafür, wieder ins Swiss-Ski-Kader aufgenommen zu werden: Celina Wasser aus Benken. - zVg

Die Benkner Skispringerin Celina Wasser musste im Frühling das Swiss-Ski-Kader verlassen.

Trotz Leistungsdruck, finanziellen Herausforderungen und der Doppelbelastung durch Beruf und Spitzensport verfolgt die 20-Jährige ihr Ziel weiter: Sie möchte zurück ins Kader und sich langfristig an Weltcups und den Olympischen Spielen beweisen.

Redaktion: Celina Wasser, Sie waren zwei Jahre Teil des Swiss-Ski-Kaders. Wie haben Sie diese Zeit erlebt?

Celina Wasser: Es war eine sehr ereignisreiche Zeit, in der viel anstand: zum Beispiel die Olympiade und die Weltmeisterschaft für Junioren. Besonders schön war das Gefühl, Teil eines Teams zu sein. Gleichzeitig brachte die Zugehörigkeit zum Kader aber auch einen hohen Leistungsdruck mit sich.

Ein weiterer Vorteil war die finanzielle Unterstützung, da beispielsweise die Ausrüstung zur Verfügung gestellt wurde.

Redaktion: Sind Sie deshalb im April dieses Jahres wieder aus dem Kader gefallen?

Wasser: Auch, ja. Insgesamt war es einfach zu viel, da ich ja neben dem Sport noch in der Hotellerie arbeite. Dort habe ich unregelmässige Schichten zwischen 7 und 23 Uhr.

Zurück an die Spitze: Celina Wasser verfolgt grosse Ziele.
Zurück an die Spitze: Celina Wasser verfolgt grosse Ziele. - zVg

Zusammen mit dem Training hatte ich dann praktisch keine Erholung mehr und hatte den Kopf nicht frei. Dadurch fehlten die Erfolge und es reichte leider nicht aus, um im Kader zu bleiben.

Redaktion: Trotzdem möchten Sie zurück ins Kader.

Wasser: Unbedingt! Im Kader ist vieles finanziell einfacher. Momentan muss ich vieles selbst tragen. Ich arbeite jetzt auch weniger und nur noch im Stundenlohn. So kann ich an allen Trainings teilnehmen und mich wieder mehr auf das konzentrieren, was ich am meisten liebe: das Skispringen.

Redaktion: Wie sind Sie überhaupt zu dieser Sportart gekommen?

Wasser: Durch meinen Bruder. Er ging regelmässig Skispringen und ich schaute oft zu. Anfangs dachte ich noch, dass das nichts für mich sei.

Als ich dann bei einem Wettkampf eine Frau springen sah, wollte ich es selbst ausprobieren. Seitdem hat mich dieser Sport nicht mehr losgelassen.

Redaktion: Und was fasziniert Sie daran besonders?

Wasser: Vor allem das Gefühl, wenn ein Sprung gelingt. Für einen kurzen Moment hebt man ab und fliegt durch die Luft. Dieses Gefühl ist schwer zu beschreiben – es ist Adrenalin pur.

Redaktion: Was sind aktuell Ihre grössten Herausforderungen?

Wasser: Einerseits die Finanzierung. Allein die Fahrten ins Training kosten schon viel. Ich habe das Glück, noch bei meinen Eltern zu wohnen und auf ihre Unterstützung zählen zu können.

Andererseits ist es nicht immer einfach, dranzubleiben, auch wenn es mal nicht so läuft. In solchen Momenten ist es wichtig, nicht aufzugeben – mental und körperlich.

Redaktion: Und wie schaffen Sie das?

Wasser: Ich fokussiere mich auf meine Ziele: Ich möchte an die Spitze und bei Weltcups und der Olympiade gute Ergebnisse erzielen. Und es ist mir wichtig, auch immer das Positive zu sehen.

Traust du Celina Wasser die Rückkehr ins Swiss-Ski-Kader zu?

Im Training fokussiert man sich oft auf die Fehler und darauf, was man beim nächsten Sprung besser machen könnte. Ich versuche deshalb, auch immer zu sehen, was gut läuft, und mich mental zu stärken.

Redaktion: Nochmals zur finanziellen Situation: Wie wichtig sind Sponsoren?

Wasser: Sehr wichtig. Meinen bisherigen Sponsoren bin ich sehr dankbar, bin aber dennoch auf weitere Unterstützung angewiesen. Gerade jetzt, wo ich nicht mehr im Kader bin.

Die ganzen Reisen, auch ins Ausland, kosten einfach extrem viel. Skispringen ist nach wie vor eine Randsportart und ich freue mich über jede weitere Unterstützung.

Redaktion: Zum Schluss: Was sind Ihre Ziele für die Zukunft?

Wasser: In dieser Saison möchte ich vor allem wieder mit Freude an Wettkämpfen teilnehmen. Zuletzt habe ich mir selbst oft zu viel Druck gemacht.

Sportlich wäre ein Platz unter den Top 15 bei einem Interkontinental-Cup ein wichtiges Ziel. Damit könnte ich mich für Einsätze im Weltcup qualifizieren.

Hinweis

Dieser Artikel ist zuerst in der «See und Gaster Zeitung» erschienen.

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