Eltern-Druck? Moretti-Bub darf Privatschule nicht mehr besuchen
Der vierjährige Sohn der Moretti-Eltern darf seine alte Privatschule nicht mehr besuchen. Andere Eltern aus dem Ort hatten offenbar interveniert.

Das Wichtigste in Kürze
- Der vierjährige Sohn der Moretti-Eltern darf seine alte Privatschule nicht mehr besuchen.
- Eltern aus Crans-Montana sollen Druck gemacht haben.
- Es wurde eine neue Schule für den Bub gefunden.
Nach der Silvesternacht-Tragödie in Crans-Montana trifft es nun auch den vierjährigen Sohn der Clubbetreiber Jacques und Jessica Moretti. Das Kind darf die Vorschule der «Le Régent International School» nicht mehr besuchen. Das zeigen Recherchen des «SonntagsBlick» (Printausgabe).
Die Le Régent International School in Crans-Montana im Kanton Wallis zählt zu den teuersten Privatschulen der Schweiz. Familien zahlen dort zwischen 75'000 und 120'000 Franken pro Jahr.
Die Exklusivität der Schule wird auf Ihrer Homepage bekräftigt: «Heranwachsende werden eingeladen, sich einer Gemeinschaft von Schülern und Pädagogen aus mehr als 60 Ländern auf einem alpinen Campus anzuschliessen.»
Schulleiter Bernd Westermeyer leitete zuvor das Eliteinternat Salem in Deutschland. Dieses besuchten unter anderem Der Schweizer Autor Christian Kracht.
Seit der Katastrophe vom Silvesterabend sucht Westermeyer nach einem angemessenen Umgang mit der Situation.
Eltern üben Druck auf Schulleitung aus
Warum das Kind die Schule verlassen musste, ist nicht offiziell bestätigt. In Crans-Montana kursieren jedoch Gerüchte, Eltern sollen Druck gemacht haben, schreibt der «SonntagsBlick»: Es sei nicht akzeptabel, dass die Morettis Schulgeld zahlten, die Opfer aber finanziell im Stich liessen.
In einer kurzen Stellungnahme erklärte Westermeyer: «Unter den gegebenen Umständen werde ich keine internen Informationen teilen.» Mehr war vom Schulleiter nicht zu erfahren. Die Gründe für den Ausschluss des Kindes bleiben damit offiziell unklar.
Familie Moretti findet neue Lösung für ihr Kind
Die Familie Moretti möchte sich gegenüber der Zeitung nicht öffentlich zu dem Vorfall äussern. Aus dem Umfeld der Familie ist aber zu hören, dass man eine neue Lösung gefunden hat. Das Kind besuche nun die öffentliche Schule in Lens im Kanton Wallis.
Lens ist eine Nachbargemeinde von Crans-Montana, wo die Familie Moretti wohnhaft ist. Aus dem Umfeld heisst es, in der öffentlichen Schule werde die Fürsorgepflicht gegenüber dem Kind grossgeschrieben. Das sei ein Unterschied zur Privatschule.

















