Feuerwehrchef von Crans-Montana zu Anhörung geladen
Nach dem tödlichen Bar-Brand in Crans-Montana VS dauert die Aufarbeitung weiter an. Nau.ch informiert im Ticker über die neusten Ereignisse.

Das Wichtigste in Kürze
- In Crans-Montana starben 41 Menschen bei einem Bar-Brand.
- Seither dauert die Aufarbeitung der Tragödie an.
- Die Opfer haben die vom Kanton Wallis zugesagten 10’000 Franken noch nicht erhalten.
- Die nächsten Anhörungen sollen in einem Fachhochschul-Campus in Sitten stattfinden.
- Im Nau.ch-Ticker bleibst du auf dem Laufenden.
Bei der verheerenden Brandkatastrophe an Silvester in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana kamen insgesamt 41 junge Menschen ums Leben. Ein 18-jähriger Schweizer ist am Samstag im Unispital in Zürich verstorben. Zudem erlitten 116 Personen teils schwere Verletzungen.
Mittlerweile wurde das Ehepaar Moretti, dem die Bar gehört, befragt. Der Wirt Jacques Moretti befand sich zeitweise in Untersuchungshaft und wurde kürzlich gegen Kaution freigelassen.
Zudem hat die Walliser Staatsanwaltschaft das Strafverfahren ausgeweitet. Auch ein ehemaliger Sicherheitsverantwortlicher der Gemeinde gerät in das Visier der Justiz. Er war während der Sicherheitskontrollen von 2018 und 2019 in der Gemeinde Crans-Montana tätig.
Mit dem Nau.ch-Ticker bleibst du auf dem Laufenden:
Feuerwehrchef von Crans-Montana soll befragt werden
12.00: David Vocat, der Feuerwehrchef von Crans-Montana, soll am 16. Februar von der Polizei befragt werden. Wie RTS berichtet, wurde Vocat auf Wunsch der Staatsanwaltschaft vorgeladen.

Er wird nicht als Angeklagter verhört, sondern als «Person, die zur Informationsübermittlung aufgefordert wird» befragt. Vocat soll bei der Kontrolle der Bar «Le Constellation» im Jahr 2018 anwesend gewesen sein.
Zu diesem Zeitpunkt wurden keine Notizen zum Akustikschaum an der Decke der Bar gemacht.
Medienbericht: Nächste Anhörung soll in Aula einer Fachhochschule stattfinden
10.45: Für die Anhörungen vom 20. und 21. Januar, als Jacques und Jessica Moretti befragt wurden, hatte die Staatsanwaltschaft zwei Räume in der Zentralstelle der Staatsanwaltschaft in Sitten vorgesehen.
Im Saal im Erdgeschoss befanden sich die Staatsanwältinnen, die Beschuldigten, ihre Verteidiger. Aber nur ein Teil der Anwälte der Kläger. Die übrigen mussten in einem Raum im Untergeschoss Platz nehmen und per Videokonferenz teilnehmen. Es hatte zu wenig Platz.

Wegen der vielen Fragen konnte die Anhörung von Jacques Moretti nicht abgeschlossen werden. Um die Unzufriedenen zu besänftigen, schlug die Staatsanwaltschaft demnach vor, dass jene, die ihre Fragen nicht stellen konnten, am folgenden Tag bei der Befragung von Jessica Moretti Vorrang erhalten sollten.
Zudem wurde den Anwälten ein reservierter Platz im «grossen» Saal zugesichert, wodurch andere wiederum nach unten ausweichen mussten.

Da niemand mit diesem Hin und Her wirklich zufrieden war, versprach die Staatsanwaltschaft, andernorts nach einer Lösung zu suchen, um alle Beteiligten zusammenzubringen.
Dies ist nun geschehen. Wie «Le Temps» berichtet, sollen die nächsten Anhörungen in der Fachhochschule-Aula des Campus Energypolis der HES-SO Valais-Wallis stattfinden.
Am 6. und 9. Februar sollen demnach die Sicherheitsverantwortlichen der Gemeinde Crans-Montana befragt werden. Und am 11. und 12. Februar das Ehepaar Moretti.
Zwei Brandopfer von Crans-Montana fangen Spitalkeim ein
10.13: Fünf Opfer der Brandkatastrophe von Crans-Montana kämpfen im Universitätsspital Zürich aktuell um ihr Leben. Für den 18-jährigen A. aus Lutry VD gibt es keine Hoffnung mehr. Am Samstag ist der junge Basketballer gestorben. Damit steigt die Zahl der Todesopfer auf 41.
Er und ein weiterer Patient haben einen Spitalkeim eingefangen. Dabei handelt es sich um den antibiotikaresistenten Acinetobacter baumannii.

«Wir betreuen derzeit zwei Patienten mit einem antibiotikaresistenten Acinetobacter baumannii», bestätigt Marcel Schlatter gegenüber Nau.ch. Er ist Mediensprecher beim Unispital Zürich. «Darunter auch der gestern gestorbene Patient.»
«Acinetobacter baumannii tritt leider immer wieder im Zusammenhang mit der Behandlung von schwer brandverletzten Patienten auf», sagt Marcel Schlatter. Weitere Übertragungen hätten sie in den vergangenen vier Wochen verhindern können.
Opferfamilien warten noch immer auf ihr Geld
08.21: Der Kanton Wallis kündigte kurz nach der Brandkatastrophe an, die Opfer und deren Angehörigen finanziell zu unterstützen. Pro Opfer wurden 10’000 Franken in Aussicht gestellt.
Die Opfer der Brandkatastrophe haben laut «Blick» die vom Kanton Wallis zugesagten 10’000 Franken bisher aber noch nicht erhalten.
Das verärgert Leila Micheloud. Ihre beiden ältesten Töchter, Farah (20) und Meissa (18), wurden beim Brand in der Bar «Le Constellation» schwer verletzt und sind noch im Spital. Micheloud sagt gegenüber der Zeitung: «Wir haben die Kosten jetzt, nicht in ein paar Wochen.»

Jérôme Favez, Leiter der Dienststelle für Sozialwesen des Kantons Wallis, sagt der Zeitung, vor den Auszahlungen seien umfangreiche administrative Prüfungen nötig gewesen. Diese Abklärungen hätten viel Zeit in Anspruch genommen.
Inzwischen seien 45 Dossiers abgeschlossen und zur Auszahlung an die kantonale Finanzverwaltung weitergeleitet worden. Laut Favez sollen die Beträge bis Mittwoch auf den Konten der Begünstigten eingehen.
In den verbleibenden Fällen hoffe man, dass alle anspruchsberechtigten Personen, deren Unterlagen bereits vorliegen, die Leistungen bis Ende nächster Woche erhalten.












