FC Basel: Kommt jetzt Druck aus der Politik wegen Joggeli-Pyro?
Sie leuchten hell und rauchen farbenfroh, sind aber verboten. Trotzdem sind Pyros fester Bestandteil der Fankultur. Ein Grossrat fordert nun mehr Druck.

Das Wichtigste in Kürze
- EVP-Grossrat Christoph Hochuli sind die Einlasskontrollen im St. Jakob-Park zu halbherzig.
- Der Politiker und Polizist fordert mehr Druck von der Regierung.
- Hintergrund ist pyrotechnisches Material, das trotz Verbot oft im Stadion gezündet wird.
Pyrotechnik im Stadion sorgt regelmässig in der öffentlichen Debatte für Zündstoff. Nicht so schlimm, finden die einen. Darüber hinaus ein unentbehrlicher Teil der Fankultur.
Für die anderen gelten die Leucht- und Rauchpetarden als überaus gefährlich. Besonders an einem Ort, wo sich mehrere Tausend Menschen auf engstem Raum zusammenfinden. Ebenso ist der entstehende Rauch nicht gerade gesundheitsfördernd.
Fakt ist lediglich, dass das Abbrennen von pyrotechnischem Material im Stadion verboten ist.

Zur letzteren Gruppierung dürfte man den Basler EVP-Grossrat Christoph Hochuli zählen. Auch im St. Jakob-Park – vor allem in der Muttenzerkurve, wo die eingefleischtesten FCB-Fans sich befinden – werden immer wieder Pyros gezündet.
Mit einer Schriftlichen Anfrage hat sich der Politiker nun an die Regierung gewandt. Von Beruf ist er Polizist.
FC Basel: Grossrat sieht «kaum Eintrittskontrollen»
In seinem Vorstoss verweist Hochuli auf zwei Vorfälle aus der jüngsten Vergangenheit.
So wurden beim Europa-League-Knüller gegen den späteren Titelträger Aston Villa zwei Gästefans verletzt. Dies sei aufgrund eines Knallkörpers aus dem Gästesektor geschehen, wie die Kantonspolizei damals mitteilte. Eine der beiden Personen habe deshalb gar ins Unispital gebracht werden müssen.
Im März gegen GC flog beim Einlauf der Mannschaften eine Feuerwerksrakete aus der Muttenzerkurve in Richtung Sektor G. Dieser Teil der Tribüne war zu diesem Zeitpunkt unbesetzt.
Für den EVP-Politiker und Polizisten stellen die Pyros ein grosses Sicherheitsrisiko dar. Er schreibt in seiner Anfrage: «Die Fackeln/Pyros entwickeln Temperaturen bis zu 2000 Grad, sind kaum zu löschen und können schwerste Verbrennungen bei Stadionbesuchenden verursachen.»

Ebenso macht er auf potenzielle Gesundheits- – wegen des «giftigen Rauchs» – und Sachschäden aufmerksam. Hochuli moniert, dass die entsprechenden Eintrittskontrollen vonseiten des FC Basel nicht konsequent genug durchgeführt werden.
«Dem Vernehmen nach werden bei der Muttenzerkurve, wie auch beim Gästesektor, kaum Eintrittskontrollen nach pyrotechnischem Material und anderen gefährlichen Gegenständen durchgeführt, wie es gemäss Stadionordnung notwendig wäre.»
Hochuli fordert Handeln vom Regierungsrat
Deshalb möchte er nun von der Regierung unter anderem wissen, was diese zu tun gedenkt, damit die Kontrollen durch die Veranstalter strenger durchgeführt werden.
Ebenso fordert er Gründe für den Status quo und Zahlen. Wie viele Menschen wurden verletzt? Wie viele Wegweisungen, Stadionverbote und Strafanzeigen gab es in den letzten fünf Jahren? Zu diesen Fragen soll sich die Regierung nun äussern.












